
Podcaster Benjamin Berndt: „Und es riecht noch gar nicht nach Schwefel“
Podcaster Benjamin Berndt : „Und es riecht noch gar nicht nach Schwefel“ Von Sebastian Eder 17.05.2026, 08:29Lesezeit: 6 Min. Zuhörer: Benjamin Berndt in seinem Podcast „ungeskriptet“.{ungeskriptet} by Ben/YoutubeIn...
No Meeting by June 30 — Where will Trump and Putin meet after that?
Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Podcaster Benjamin Berndt : „Und es riecht noch gar nicht nach Schwefel“ Von Sebastian Eder 17. 2026, 08:29Lesezeit: 6 Min. Zuhörer: Benjamin Berndt in seinem Podcast „ungeskriptet“.
{ungeskriptet} by Ben/YoutubeIn seinem Podcast „ungeskriptet“ lässt Benjamin Berndt dem AfD-Scharfmacher Björn Höcke stundenlang reden. So hält er Podcaster es auch bei anderen Gästen. Das birgt Gefahren und fordert den Journalismus heraus.
Die Einzelheiten
Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App In den Tagen nach der großen Aufregung hatte Benjamin Berndt in seinem Podcast „ungeskriptet“ eine bunte Reihe von Gästen im Studio: den Verleger Holger Friedrich, den Anwalt Joachim Steinhöfel, die Journalistin Melanie Amann, den Noch-FDP-Chef Christian Dürr, die Clangröße Arafat Abou-Chaker und den Mallorca-Paparazzo Andreas Zeeck. „Der Diversity-Preis 2026 ist mir sicher“, schrieb Berndt am 10. Mai zu Selfies mit seinen Gästen auf der Plattform X.
Kurz zuvor hatte die frühere SPD-Chefin Saskia Esken dazu aufgerufen, keine Werbung mehr bei Berndt zu schalten, weil der „einem Faschisten wie Björn Höcke vier Stunden lang eine Bühne“ geboten habe, ohne ihm zu widersprechen. Gegen diesen Vorwurf wehrte sich Berndt in der „Jungen Freiheit“ mit einem Verweis auf sein Konzept: Er sei kein Journalist, sondern wolle mit Menschen so reden, als säße er mit ihnen am Mittagstisch. „Wenn ich jetzt etwas an meinem Konzept ändern würde, könnte mir niemand garantieren, dass meine Reichweite konstant bleiben würde.
“ Und die Reichweite sei ihm nicht geschenkt worden. Bis dahin hatte es Berndt allerdings oft so dargestellt, als sei sie das: Er habe nur deswegen einen Videopodcast gestartet, weil er gerne mit Menschen spreche, sich aber ohne Aufnahmegerät nicht jeder mit ihm unterhalte. In Wirklichkeit fußt Berndts Erfolg darauf, dass er Gäste mit teilweise abstrusen Ansichten einlädt und die Gespräche reißerisch auf Social Media bewirbt.
Was Experten sagen
Der deutsche Joe Rogan? Seit seine Podcast-Folge mit Höcke Millionen Zuhörer erreicht hat – auf Youtube sind es inzwischen knapp 5,2 Millionen Zugriffe –, vergleichen Berndt viele mit dem US-Podcaster Joe Rogan, um den vor den letzten Präsidentschaftswahlen eine ähnliche Debatte tobte. Rogan hatte Elon Musk und Donald Trump zu Gast, die demokratische Kandidatin Kamala Harris lehnte eine Einladung hingegen ab und verpasste so die Chance, Zuhörer außerhalb ihrer Blase zu erreichen.
Dabei hätte sie bei Rogan nicht mit besonders kritischen Fragen rechnen müssen, das gehört nicht zum Konzept des erfolgreichsten Spotify-Podcasters der Welt. Es wird eher nett geplaudert. Das ist auch Berndts Herangehensweise.
Ihn habe interessiert, sagte er, wer dieser Björn Höcke sei, „so als Mensch“. Dass es Berndt nur darum geht und er keine politische Agenda hat, darf man jedoch bezweifeln. Im März zum Beispiel hatte er den Linken-Vorsitzenden Jan van Aken zu Gast und erlaubte sich die eine oder andere kritische Frage.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





