
Protest gegen Grasset-Verlag: „Wir lassen uns für politische Zwecke nicht missbrauchen“
Protest gegen Grasset-Verlag : „Wir lassen uns für politische Zwecke nicht missbrauchen“ Von Sandra Kegel 10.05.2026, 08:23Lesezeit: 3 Min. Exodus der Schriftsteller: Die südkoreanische Schriftstellerin Han KangEPAJetzt...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Protest gegen Grasset-Verlag : „Wir lassen uns für politische Zwecke nicht missbrauchen“ Von Sandra Kegel 10. 2026, 08:23Lesezeit: 3 Min. Exodus der Schriftsteller: Die südkoreanische Schriftstellerin Han KangEPAJetzt verlassen auch internationale Autoren wie die Nobelpreisträgerin Han Kang das französische Traditionshaus Grasset: Der extremen Rechten müsse grenzüberschreitend Widerstand geleistet werden, begründen sie ihre Entscheidung in einem offenen Brief.
Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Der Exodus bei Éditions Grasset geht weiter und mit ihm die Demontage einer der bedeutendsten kulturellen Institutionen Frankreichs. Grasset ist ein Verlag, der sich als Ort des Widerstreits begriff. Die abrupte Entlassung des Verlagsleiters Olivier Nora, der dem Pariser Traditionshaus 26 Jahre vorstand, hat einen beispiellosen Protest ausgelöst bis hin zum Weggang zahlreicher Schriftsteller (F.
Die Einzelheiten
Auf die erste Austrittswelle von rund zweihundert vor allem französischen Autorinnen und Autoren, darunter Virginie Despentes, Frédéric Beigbeder, Pascal Bruckner und Bernard-Henri Lévy, folgt nun eine zweite. In einem offenen Brief, der der F. vorliegt, erklären 21 internationale Autoren, dass auch sie, „so wie die Dinge stehen“, Grasset ihre künftigen Werke „nicht mehr vorlegen werden“.
Die Liste liest sich wie ein who-is-who der zeitgenössischen Literatur: Han Kang, Literaturnobelpreisträgerin; Joshua Cohen, Pulitzer-Preisträger; außerdem Colm Tóibín aus Irland, Jón Kalman Stefánsson aus Island, Sandro Veronesi aus Italien sowie der Kritiker und Bestsellerautor Uwe Wittstock aus Deutschland. „Sehr nahe an der radikalsten extremen Rechten“Viele der Unterzeichner hatten bereits vor der Übernahme durch Vincent Bolloré Verträge mit Grasset. Sie gehen, weil sie nicht zulassen wollen, dass ihre Arbeit „für politische Zwecke missbraucht wird, die wir nicht teilen“, wie sie schreiben: „Die extreme Rechte agiert grenzüberschreitend; ihr muss grenzüberschreitend Widerstand geleistet werden.
“Was hier verhandelt wird, ist keine Personalie mehr, sondern die Bedingung der Möglichkeit von Literatur. Der Milliardär Vincent Bolloré steht seit drei Jahren an der Spitze von Hachette, der Verlagsgruppe, zu der auch Grasset gehört. Seither baut er seine Medien- und Verlagshäuser zu Resonanzräumen für ultrakonservative bis rechtspopulistische Positionen um.
Was Experten sagen
Bei Fayard, ebenfalls Teil von Hachette Livre, publiziert unter anderem Jordan Bardella, Parteichef des rechtsextremen Rassemblement National. Frankreichs ehemaliger Bildungsminister Pap Ndiaye hat Bolloré als „sehr nahe an der radikalsten extremen Rechten“ beschrieben. Was bleibt von einem Verlag, wenn Besitz als politisches Instrument begriffen wird?
Grasset-Verlagsbuchhandlung in ParisAFPOlivier Nora galt vielen als unbestechlicher Verleger und letztes Bollwerk gegen die ideologische Umcodierung des Hauses.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





