
Rafał Trzaskowski: Zögernder Freund der Lesben und Schwulen
Rafał Trzaskowski : Zögernder Freund der Lesben und Schwulen Von Stefan Locke, Warschau 17.05.2026, 13:17Lesezeit: 2 Min. Der Warschauer Bürgermeister Rafał TrzaskowskiEPADer Warschauer Bürgermeister erwies sich oft als...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Rafał Trzaskowski : Zögernder Freund der Lesben und Schwulen Von Stefan Locke, Warschau 17. 2026, 13:17Lesezeit: 2 Min. Der Warschauer Bürgermeister Rafał TrzaskowskiEPADer Warschauer Bürgermeister erwies sich oft als Unterstützer der Belange von Lesben und Schwulen.
Eine Entscheidung des EuGH zur Homo-Ehe setzte er jetzt aber nur zögerlich um. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App An diesem Wochenende hat das Standesamt in Warschau erstmals eine Urkunde über eine im EU-Ausland geschlossene gleichgeschlechtliche Ehe übertragen. „Wie ich angekündigt habe, ohne Verzögerung, sofort“, sagte der Warschauer Bürgermeister Rafał Trzaskowski.
Die Einzelheiten
Für Polens Lesben und Schwule ist das ein Fortschritt, allerdings kein Mauerfall. Und nicht wenige von ihnen sind sogar sauer auf Trzaskowski. Denn er setzte erst jetzt um, was der Europäische Gerichtshof (EuGH) schon im November 2025 entschieden hatte: In einem EU-Land geschlossene Ehen müssen EU-weit gelten.
Geklagt hatten zwei polnische Männer, die 2018 in Deutschland geheiratet hatten und nach ihrer Rückkehr nach Polen einen Antrag auf Eintragung ihrer Ehe stellten. Die Behörden lehnten das mit der Begründung ab, dass es in Polen keine gleichgeschlechtliche Ehe gibt. Gebrochenes WahlversprechenAls Warschauer Stadtpräsident, wie Bürgermeister in Polen heißen, zeigt sich Trzaskowski jedoch stets offen für die Belange von Minderheiten, ist Schirmherr der jährlichen Pride-Paraden und nimmt an deren Spitze teil.
Seine Partei, die von Ministerpräsident Donald Tusk geführte Bürgerkoalition, versprach im Wahlkampf 2023, die „Eingetragene Lebenspartnerschaft“ als einen von 100 Punkten in den ersten hundert Tagen ihrer Regierung umzusetzen. Das scheiterte, weil sich unter den Regierungsparteien selbst keine Mehrheit dafür fand. Vor den polnischen Präsidentschaftswahlen im vergangenen Jahr versprach dann Trzaskowski, dass mit ihm die eingetragene Partnerschaft „so schnell wie möglich“ kommen werde.
Was Experten sagen
Doch der 54 Jahre alte Politiker verlor die Wahl – zum zweiten Mal nach 2020. Dazu trug ein Ereignis bei, das bis heute vielen Polen in Erinnerung ist. In einer TV-Debatte im Wahlkampf stellte Trzaskowskis Konkurrent, der nationalkonservative Karol Nawrocki, demonstrativ eine polnische Flagge vor sich und eine Regenbogenfahne vor Trzaskowski auf.
Der ließ die bunte Fahne verschämt unter seinem Pult verschwinden – offensichtlich aus Angst, im konservativen Lager Stimmen zu verlieren. Homophobe Angstmacherei verliert an KraftTatsächlich verlor er damit bis dahin treue Anhänger, was ihn mutmaßlich den Wahlsieg kostete. Dabei lehnt Umfragen zufolge nur ein Drittel der Polen die gleichgeschlechtliche Ehe ab.
Auf Homophobie basierende Angstmacherei verliert an Kraft. Doch statt eine automatische Umsetzung des EuGH-Urteils zu ermöglichen, lässt Trzaskowski in Warschau gleichgeschlechtliche Ehen nur auf Antrag umschreiben.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





