
Ratschläge der Kanzlerin: Warum Merkels politische Herzlichkeit nicht weiterhilft
Ratschläge der Kanzlerin : Warum Merkels politische Herzlichkeit nicht weiterhilft Ein Kommentar von Jasper von Altenbockum 14.05.2026, 14:19Lesezeit: 2 Min. Angela Merkel (CDU), ehemalige Bundeskanzlerin, nach der Rede...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Ratschläge der Kanzlerin : Warum Merkels politische Herzlichkeit nicht weiterhilft Ein Kommentar von Jasper von Altenbockum 14. 2026, 14:19Lesezeit: 2 Min. Angela Merkel (CDU), ehemalige Bundeskanzlerin, nach der Rede von Bundeskanzler Merz beim CDU-Bundesparteitag im Februar in StuttgartdpaAngela Merkel gibt Empfehlungen, die Merz nur bedingt befolgen kann.
Denn auf ihrem Regierungsstil beruhen die Schwierigkeiten, die der Kanzler hat. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Angela Merkel hat recht, wenn Sie den Missstand kritisiert, dass Debattenkultur nicht als fester Bestandteil von Politik begriffen, sondern als „Streit“ diskreditiert werde. Nur auf dem politischen Friedhof geht es ohne Meinungsunterschiede, Gegensätze und Konflikte zu.
Die Einzelheiten
Auf dem Marktplatz der Demokratie gilt hingegen der Satz von Merkel: „Ich finde, Politiker müssen klarmachen: Es gibt keine Lösungsfindung, die nicht über irgendeine Debatte geht. “ Die ehemalige Kanzlerin beschreibt im „Focus“-Interview damit aber zugleich die Grenzen ihres Regierungsstils. Eine „Lösungsfindung“ lässt sich wohl über Debatten herstellen.
Aber Politiker, zumal die Kanzler dieser Republik, sollten auch klarmachen, dass ihre wichtigste Aufgabe darin besteht, diese Debatten im buchstäblichen Sinn zu führen. Sie sollten Entscheidungen treffen, die auf den Verlauf von Debatten im Zweifel keine Rücksicht nehmen – denn diese Debatten können sich gegen sie wenden, was nicht dazu führen sollte, dass sie ihr Fähnchen nach dem Wind richten. Harte, richtige Entscheidungen beruhen nicht auf KompromissenDas Loblied auf den Kompromiss, wie es von Merkel und anderen gesungen wird, kann deshalb leicht zum Lob derjenigen werden, die harten Entscheidungen aus dem Wege gehen.
Die meisten Kanzler wären gescheitert, wären sie Merkels Politikrezepten gefolgt. Westbindung, Wiederbewaffnung, Ostverträge, Nachrüstung, Wiedervereinigung, Euro-Einführung, Agenda 2010 beruhten nicht auf Kompromissen, sondern waren Festlegungen, die gegen heftige Widerstände durchgesetzt wurden – vom Kanzler und seiner parlamentarischen Mehrheit. Waren sie deshalb schlecht, undemokratisch, autoritär?
Was Experten sagen
Ihrem ehemaligen Rivalen und Nachfolger Friedrich Merz empfiehlt Merkel, gegenüber dem Koalitionspartner SPD „ein weites Herz“ zu haben. Auch damit umschreibt sie unfreiwillig, woran es 16 Jahre lang mangelte. Es geht nicht darum, gegenüber einem Koalitionspartner ein weites Herz zu zeigen, sondern klaren Verstand.
Die Schwierigkeiten, mit denen Merz zu kämpfen hat, sind die Hinterlassenschaften aus zwanzig Jahren politischer Herzlichkeit: unrealistische Migrationspolitik, unrealistische Staatsfinanzen, unrealistische Sozialpolitik, unrealistische Energiepolitik, unrealistische Klimapolitik, unrealistische Verteidigungspolitik.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





