
Repressionen in Iran: Wie das Regime die Bevölkerung einschüchtert
Repressionen in Iran : Wie das Regime die Bevölkerung einschüchtert Von Friederike Böge, Istanbul 18.05.2026, 21:12Lesezeit: 4 Min. Ein Moderator mit Sturmgewehr: Im iranischen Staatsfernsehen greift man neuerdings zur...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Repressionen in Iran : Wie das Regime die Bevölkerung einschüchtert Von Friederike Böge, Istanbul 18. 2026, 21:12Lesezeit: 4 Min. Ein Moderator mit Sturmgewehr: Im iranischen Staatsfernsehen greift man neuerdings zur Waffe.
ReutersTeheran richtet mehr politische Gefangene hin und zeigt seinen Anhängern, wie man Sturmgewehre entsichert. Offenbar fürchtet man einen neuen Aufstand. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Im iranischen Staatsfernsehen gibt es jetzt Tutorials für den Umgang mit Sturmgewehren.
Die Einzelheiten
In einer Sendung erklärt ein Soldat dem Moderator, wie man eine AK-47 entsichert und durchlädt. Daraufhin zielt der Moderator auf ein Studiobild mit der Flagge der Vereinigten Arabischen Emirate und drückt ab. „Gut gemacht“, lobt der Soldat.
In einer anderen Sendung hält eine verschleierte Moderatorin ein Sturmgewehr in die Kamera und verkündet, dass sie bereit sei, ihr Leben zu opfern. Auf dem Vanak-Platz in Teheran gibt es jetzt eine Art Schießbude, an der Regimeanhänger sich von Soldaten zeigen lassen können, wie man eine Waffe einsetzt. Die Frage ist: gegen wen?
Gegen etwaige neue Luftangriffe Israels oder Amerikas wird eine bewaffnete Zivilbevölkerung nichts ausrichten können. Wohl aber gegen bewaffnete und erst recht unbewaffnete Gegner des Regimes. In den Staatsmedien wird geraunt, es gebe „wachsende Bedrohungen“ und die „Möglichkeit einer neuen Phase des Konflikts“.
Was Experten sagen
Von „hybrider Kriegsführung“ des Gegners ist die Rede. Insofern dient das Schießtraining im Fernsehen wohl nicht nur der Mobilisierung der eigenen Anhängerschaft, sondern auch der Einschüchterung der eigenen Bevölkerung. Offenbar fürchtet das Regime weiterhin, dass Teile der Bevölkerung sich erheben könnten.
In diesen Tagen verstärkt Teheran spürbar seine Drohkulisse nach innen. Hinrichtungen werden öffentlich verkündet und erzwungene „Geständnisse“ im Fernsehen gezeigt. Irans Polizeichef Ahmadreza Radan brüstet sich damit, dass seit Beginn des Krieges Ende Februar mehr als 6500 angebliche „Verräter und Spione“ festgenommen worden seien.
Regimekritiker werden enteignetDie Nachrichtenagentur Mehr schreibt, im gleichen Zeitraum seien 29 „Rädelsführer“ wegen angeblicher Spionage für die USA und Israel oder wegen angeblicher Verbindungen zu bewaffneten Oppositionsgruppen wie den Volksmudschahedin hingerichtet worden. Gegen 36 weitere vermeintliche „Spione“ seien lange Haftstrafen verhängt worden. Besitztümer von 400 Personen, die mit den Exilsendern Iran International und Manoto zusammengearbeitet haben sollen, seien beschlagnahmt worden.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





