
Restaurant „Reichsstadt“: Hier arbeitet ein Talent
Restaurant „Reichsstadt“ : Hier arbeitet ein Talent Von Jürgen Dollase 04.05.2026, 12:26 Lesezeit: 3 Min. Bildbeschreibung ausklappen Im Hotel „Die Reichsstadt“ gibt es gleich zwei Restaurants. Daniel Wallenstein vom...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Restaurant „Reichsstadt“ : Hier arbeitet ein Talent Von Jürgen Dollase 04. 2026, 12:26 Lesezeit: 3 Min. Bildbeschreibung ausklappen Im Hotel „Die Reichsstadt“ gibt es gleich zwei Restaurants.
Daniel Wallenstein vom „Reichsstadt“ in Gengenbach kriegt viel Lob. Ob er sein Handwerk beherrscht, hat unser Kulinarik-Experte getestet. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Ein Essen beim „besten Koch Deutschlands 2025“, und das im Schwarzwaldstädtchen Gengenbach, das auch ein Zentrum der schwäbisch-alemannischen Fastnacht (Fasnet) ist?
Die Einzelheiten
Bevor man das eigene innere Register nach den berühmtesten Sterneköchen des Landes durchforstet, hier die Auflösung: Neben allen möglichen Ehrungen für Köche gibt es auch einen von einer Agentur erfundenen Wettbewerb zum „Koch des Jahres“. Die Jury findet natürlich immer Kandidaten, und Köche nehmen gerne an solchen Events teil. Der Titel ist also eher mit Zurückhaltung zu bewerten.
Wie dem auch sei, der Sieger des jüngsten Wettbewerbs im November 2025, der zweiunddreißigjährige Daniel Wallenstein, arbeitet als Chefkoch im Hotel „Die Reichsstadt“ und ist dort für zwei Restaurants zuständig, darunter das Hauptrestaurant des Hauses – ebenfalls „Reichsstadt“ genannt. Man bietet hier laut Website einen „Mix aus badischen Klassikern zum Neuentdecken und Gourmetküche“ an, was den Gast natürlich gerade im Zusammenhang mit der Auszeichnung sehr interessiert. Den Anfang macht eine gefüllte Teigtasche ganz im Stil von Gourmetrestaurants, die in ihrer Leichtigkeit und Finesse klar andeutet, dass hier tatsächlich ein guter Koch am Werk ist.
Finesse, aber kleine Portionen Insofern freut man sich auf den Fortgang des Essens, ist dann aber überrascht, dass beim „Aal geraucht – Apfel, Meerrettich, Brioche“ (25 Euro) zwar weiter Finesse vorherrscht, die Portionsgröße aber ein wenig dezent gerät. Ja, die zwei kleinen Stückchen Aal auf den kleinen Brioche-Stückchen schmecken gut und die Proportionen sind in Ordnung. Doch kann man sie mangels Masse kaum mit den diversen kleinen Elementen auf dem Teller probieren, also die möglichen Akkorde kaum auf der Gabel realisieren.
Was Experten sagen
Das ist frustrierend. Nicht so recht beeindruckend: „Brunnenkresse, Sauerampfer, Kohlrabi“ Jürgen Dollase Die zweite Vorspeise, „Bernsteinmakrele – Brunnenkresse, Sauerampfer, Kohlrabi“ genannt (24 Euro), ist etwas größer, beeindruckt aber auch nicht so recht, weil man den Fisch auch präsenter kennt und die Begleitung nicht die Feinheit des Aal-Gerichtes erreicht. Da grübelt der Gast über das Niveau des Hauses nach und über das Preis-Leistungs-Verhältnis der Vorspeisen.
Immerhin bringen die Weine dazu – zum Beispiel ein Riesling trocken, Neuweierer Mauerberg Erste Lage vom Weingut Robert Schätzle zum Aal – während des gesamten Essens eine erfreuliche Ergänzung. Und plötzlich stimmt dann doch alles Und dann kommt das beste Gericht des Abends, ein „Eismeer-Kabeljau – Skrei, Nussbutterpüree, Kartoffelchips, Meerrettichschaum, Kapern“ (45 Euro).
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





