
„Roya“ im Kino: Sie hat noch zwei Tage zu leben
„Roya“ im Kino : Sie hat noch zwei Tage zu leben Von Bert Rebhandl 11.05.2026, 22:05Lesezeit: 4 Min. Melisa Sözen in der Hauptrolle der RoyaPak FilmFlackerndes Licht als zentrales Motiv: Mahnaz Mohammadi kennt Irans...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. „Roya“ im Kino : Sie hat noch zwei Tage zu leben Von Bert Rebhandl 11. 2026, 22:05Lesezeit: 4 Min. Melisa Sözen in der Hauptrolle der RoyaPak FilmFlackerndes Licht als zentrales Motiv: Mahnaz Mohammadi kennt Irans Gefängnisse von innen.
In ihrem Film „Roya“ zeigt sie, was die Gewalt des Regimes mit den Frauen macht. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Der Mann mit den spitzen Schuhen prägt sich ein. Denn Roya Ahmadi ist es gewohnt, den Blick gesenkt zu halten.
Die Einzelheiten
Nur so kommt sie irgendwie durch ihre Tage in einem Gefängnis in Iran. Nach unten schauen, auf die Plastiksandalen, die in dem schmalen Spalt erkennbar bleiben, den das Tuch lässt, das sie noch über dem Tschador trägt. Manchmal taucht neben dem Blau des billigen Schuhwerks auch Rot auf.
Blutspuren, die nicht rechtzeitig weggewischt wurden. Der Mann mit den spitzen Schuhen beugt sich zu Roya Ahmadi und flüstert ihr ins Ohr: „Du hast noch zwei Tage. Warum noch zwei Tage?
Wenn man der Erzählung des Films „Roya“ von Mahnaz Mohammadi trauen könnte, dann wäre Roya gerade auf einem dreitägigen Freigang aus dem Foltergefängnis, in dem sie zu Beginn zu sehen ist. Der Mann mit den spitzen Schuhen wäre der Personalchef der Universität, an der sie früher als Lehrerin gearbeitet hat. Er wäre Teil eines Netzwerks von Menschen, die Roya unterstützen.
Was Experten sagen
Doch kann man der Erzählung einer Frau trauen, die sechs Monate lang schwerer Folter ausgesetzt war? Kann diese Frau ihrem eigenen Gedächtnis noch trauen, ihren eigenen Vorstellungen, wenn Menschen alles getan haben, sie zu zerrütten? Die Intervalle zwischen den Aufständen wurden kürzerMahmaz Mohammadi führt das (exil-)iranische Kino mit „Roya“ an einen Endpunkt.
Seit bald fünfzig Jahren, seit der Revolution von 1979, die der schiitische Klerus von einer sozialen zu einer islamistischen machte, erzählen Filme aus Iran davon, wie sich das Regime, das sich damals die Macht sicherte, in die Körper der Menschen einschreibt. In und auf die Körper der Frauen ganz besonders. In diesen Jahrzehnten kam es zu einer paradoxen Blüte: In dem Maß, in dem dieses Kino wegen der Zensur sich mit indirekten und verschlüsselten Erzählungen bescheiden musste, entwickelte es diese Formen zu künstlerischen Höhepunkten.
Rakshan Banietemad („Nargess“, 1991), Abbas Kiarostami („Der Geschmack der Kirsche“, 1997) oder Jafar Panahi („Crimson Gold“, 2003) wurden auf internationalen Festivals gefeiert, und so konnte man sich in der Illusion wiegen, dass zwischen dem Regime und der Opposition eine Art Gleichstand herrschte: die einen hatten die Moscheen, die anderen die Satellitenschüsseln. Doch mit den Jahren wurden die Intervalle zwischen den Aufständen kürzer, in den Filmen tauchten Probleme wie wachsende Drogensucht immer unverblümter auf, das iranische Kino wurde zunehmend zu einem Kino des Exils oder des Untergrunds.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





