
Schwaches Wachstum: Welchen Einfluss hat der Irankrieg auf die deutsche Wirtschaft?
Schwaches Wachstum : Welchen Einfluss hat der Irankrieg auf die deutsche Wirtschaft? Von Patrick Welter 14.05.2026, 17:56Lesezeit: 4 Min. Warten auf freie Fahrt: Ein Containerschiff in der Straße von HormusdpaNoch gibt...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Schwaches Wachstum : Welchen Einfluss hat der Irankrieg auf die deutsche Wirtschaft? Von Patrick Welter 14. 2026, 17:56Lesezeit: 4 Min.
Warten auf freie Fahrt: Ein Containerschiff in der Straße von HormusdpaNoch gibt es wenige belastbare Daten, die zeigen, wie stark der Irankrieg Deutschland trifft. Die verfügbaren Informationen aber verheißen wenig Gutes. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Das ist die Ruhe vor dem Sturm.
Die Einzelheiten
So kommentierte Jörg Krämer, der Chefvolkswirt der Commerzbank, die überraschend positive Nachricht, dass die deutsche Wirtschaftsleistung im ersten Quartal des Jahres um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal gewachsen sei. Viel ist das nicht, aber für die krisengeplagte deutsche Volkswirtschaft zumindest ein kleiner Lichtblick. Es wäre eine gute Basis, um das derzeit allgemein für das gesamte Jahr prognostizierte Wirtschaftswachstum von rund 0,5 Prozent auch tatsächlich zu schaffen.
Doch Krämer erwartet wie die meisten Volkswirte, dass mit den Spannungen als Folge des Irankriegs die deutsche Konjunktur im Zeitraum von April bis Juni zunächst einmal erheblich schlechter laufen wird. Die höheren Preise für Öl und Gas, mögliche Engpässe in den kommenden Wochen, aber auch die größere Unsicherheit belasten die wirtschaftliche Entwicklung. Die Ökonomen von Deutsche Bank Research zum Beispiel setzen derzeit in ihre Jahresprognose eine Schrumpfung von rund 0,2 Prozent im zweiten Quartal ein.
Darauf deutet auch der wöchentliche Aktivitätsindex der Deutschen Bundesbank hin, der zuletzt deutlich gesunken ist. Umfragen unter Unternehmen und Verbrauchern, also die weichen Konjunkturdaten, zeigen für den schon mehr als zwei Monate dauernden Krieg einen merklichen Stimmungsverfall. Unternehmen berichten von schlechteren Geschäften und blicken pessimistischer auf die kommenden Monate.
Was Experten sagen
Besonders hart hat es die Dienstleister getroffen. Das Konsumklima unter den Verbrauchern hat sich deutlich getrübt. Auch Finanzfachleute blicken gemäß der ZEW-Umfrage sehr skeptisch in die Zukunft.
Harte Konjunkturdaten, wie sehr die Folgen des Irankriegs Deutschland treffen werden, gibt es – abgesehen von den hohen Preisen an den Tanksäulen – bisher wenige. Sie reichen bis Ende März, dem ersten Kriegsmonat, und bestätigen den Eindruck, dass die deutsche Konjunktur schon vor Beginn der kriegerischen Handlungen wieder schwächelte. Die Produktion im verarbeitenden Gewerbe, die von August bis November anzog und vorsichtige Hoffnung auf eine wirtschaftliche Belebung erlaubte, ist nun schon wieder vier Monate nacheinander gesunken.
Allein im März, im ersten Kriegsmonat in Nahost, ging sie um 0,9 Prozent gegenüber Februar zurück. Der Lkw-Mautindex, der die Fahrleistung der Laster auf den Autobahnen misst, sank im April um 0,7 Prozent gegenüber dem Vormonat. Das deutet auf eine weiter schwache Industriekonjunktur hin.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





