
„Sea-Watch 5“ durchsucht: Rom leitet Ermittlungen gegen deutsche Seenotretter ein
„Sea-Watch 5“ durchsucht : Rom leitet Ermittlungen gegen deutsche Seenotretter ein Von Matthias Rüb, Rom 17.05.2026, 14:59Lesezeit: 3 Min. Das Rettungsschiff „Sea-Watch“ der deutschen Hilfsorganisation 2022 im Hamburger...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. „Sea-Watch 5“ durchsucht : Rom leitet Ermittlungen gegen deutsche Seenotretter ein Von Matthias Rüb, Rom 17. 2026, 14:59Lesezeit: 3 Min. Das Rettungsschiff „Sea-Watch“ der deutschen Hilfsorganisation 2022 im Hamburger Hafen.
dpaDie „Sea-Watch 5“ erreicht nach mutmaßlichen Schüssen der libyschen Küstenwache den Hafen von Brindisi in Italien. Ermittelt wird nun gegen den Kapitän. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Nach mehreren Jahren ist der schwelende Konflikt zwischen der Regierung in Rom und privaten Seenotrettern am Wochenende abermals eskaliert.
Die Einzelheiten
Wie die deutsche Nichtregierungsorganisation Sea-Watch mitteilte, haben Beamte der italienischen Küstenwache und der Polizei in der Nacht zum Samstag das Rettungsschiff „Sea-Watch 5“ im Hafen von Brindisi stundenlang durchsucht. Dabei wurden den Angaben zufolge Dokumente und Ausrüstungsgegenstände beschlagnahmt. Der Kapitän wurde am Samstag zum Verhör vorgeladen.
Dabei sei ihm mitgeteilt worden, dass gegen ihn Ermittlungen wegen des Verdachts der „Beihilfe zur unerlaubten Einreise“ eingeleitet worden seien. Nach Angaben der Hilfsorganisation ist es das erste Mal seit sechs Jahren, dass die italienischen Behörden ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen ein privates Rettungsschiff eingeleitet haben. 2019 hatte die italienische Justiz Ermittlungen gegen die damalige Kapitänin der „Sea-Watch 3“, Carola Rackete, eingeleitet – wegen der Begünstigung illegaler Einwanderung.
Das Verfahren wurde 2021 eingestellt. Auch gegen Crewmitglieder des Schiffs „Iuventa“ der Berliner Organisation Jugend Rettet war dieser Vorwurf erhoben worden. Das Verfahren wurde 2024 nach sieben Jahren Dauer eingestellt.
Was Experten sagen
Angriff in internationalen GewässernDie „Sea-Watch 5“ legte am Freitagvormittag mit 166 Bootsmigranten an Bord im Hafen von Brindisi in der süditalienischen Region Apulien an. Nach Angaben der Hilfsorganisation war das Schiff am vergangenen Montag bei einem Rettungseinsatz in internationalen Gewässern von Patrouillenbooten der libyschen Küstenwache mehrfach beschossen worden, nachdem die Besatzung 90 Menschen aus seeuntauglichen Booten an Bord genommen hatte. Zudem hätten die Libyer gedroht, das Rettungsschiff zur libyschen Küste zu schleppen.
Nach einem weiteren Rettungseinsatz nahm die „Sea-Watch 5“ dann Kurs auf Brindisi, den von der Regierung in Rom zugewiesenen Hafen. Die drei Frauen, 138 Männer und 25 unbegleiteten Minderjährigen an Bord des Rettungsschiffes stammen nach Angaben der Organisation hauptsächlich aus Bangladesch. Sea-Watch bezeichnete die Durchsuchung des Schiffs sowie die Ermittlungen gegen den Kapitän als „absurde Eskalation“.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





