
Skandal auf Kunstbiennale: Schlachtfeld Venedig
Skandal auf Kunstbiennale : Schlachtfeld Venedig Ein Kommentar von Niklas Maak 02.05.2026, 10:30 Lesezeit: 2 Min. Bildbeschreibung ausklappen Schon vor der Eröffnung Ende kommender Woche hat die Kunstbiennale in Venedig...
No Meeting by June 30 — Where will Trump and Putin meet after that?
Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Skandal auf Kunstbiennale : Schlachtfeld Venedig Ein Kommentar von Niklas Maak 02. 2026, 10:30 Lesezeit: 2 Min. Bildbeschreibung ausklappen Schon vor der Eröffnung Ende kommender Woche hat die Kunstbiennale in Venedig – hier im Bild der Hauptpavillon – ihren ersten Skandal: Die Jury tritt geschlossen zurück.
dpa In Venedig erklärt die Jury der Kunstbiennale nach einem Streit um Russlands und Israels Teilnahme ihren Rücktritt. Der Fall zeigt vor allem, wie sehr die globalen Konflikte die Kunstwelt zum Kampfplatz machen – und überfordern. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Es ist ein trauriges Charakteristikum der diesjährigen Kunstbiennale von Venedig, die Ende der kommenden Woche eröffnet, dass im Vorfeld mehr Menschen darüber sprechen, was dort alles nicht stattfinden soll, als darüber, was stattfindet.
Die Einzelheiten
Es begann mit dem Aufruf von 200 Künstlern und Kuratoren, Israel wegen des Gaza-Kriegs zu boykottieren. Danach sagte Südafrika seine Teilnahme ebenfalls wegen eines Gaza-Streits ab, dann erklärte die Jury, die die Silbernen und die Goldenen Löwen zu vergeben hat, sie werde sowohl Israel als aus das auf Einladung des Biennale-Präsidenten Buttafuoco wieder teilnehmende Russland bei der Preisvergabe nicht berücksichtigen, denn Künstler aus Ländern, deren Regierungschefs vom Internationalen Strafgerichtshof mit Vorwürfen von Verbrechen gegen die Menschlichkeit konfrontiert seien, könnten aus Sicht der Jury keine Preise bekommen. Damit waren vor allem Israel und Russland gemeint, aber wenn Iran (wegen der blutigen Niederschlagung der Proteste durch das Regime), die Vereinigten Staaten (wegen des eindeutig völkerrechtswidrigen Angriffs auf Iran) oder Saudi-Arabien (Einsatz von Knochensägen) noch rechtzeitig angezeigt worden wären, hätte die Jury auch Künstler aus diesen Ländern nicht bedenken dürfen.
Ein Versöhner zwischen Juden und Arabern wird gecancelt Belu-Simion Fainaru, der Künstler, der als Beitrag Israels gezeigt wird, erklärte, dass niemand aus der Jury mit ihm vorher gesprochen habe, und dass er, obwohl in Israel lebend, vielleicht nicht die Position Netanjahus oder Smotrichs vertrete. Dass er einer der vielen liberalen Menschen in Israel sein könnte, die Aussöhnung mit den Palästinensern erträumen und anerkennen, dass die Siedler im Westjordanland auch nach israelischem Recht Verbrechen begehen; und dass man, wenn der Krieg je enden soll, auf beiden Seiten Menschen wie Fainaru braucht, der seit drei Jahrzehnten jüdische und arabische Künstler zusammenbringt – all das war der Jury egal. Er kommt aus Israel, er kriegt keinen Preis.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





