
SOS-Kinderdorf: Hinter der Fassade einer Kinderschutzorganisation in der Krise
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No Meeting by June 30 — Where will Trump and Putin meet after that?
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Der Link, der Ihnen geschickt wurde, ist entweder älter als 30 Tage oder der Artikel wurde bereits 10 Mal geöffnet. Die E-Mail erreichte SOS-Kinderdorf im März 2019. Der Absender schildert darin, was ihm gut fünf Jahrzehnte davor widerfahren sei, auf einer Kur mit seiner Mutter in Nordhessen im Jahr 1968, wo auch ein »berühmter Mann« zugegen war.
Die Einzelheiten
An einem Abend sei er, damals ein Jugendlicher, in seinem Einzelzimmer durch den Ruf dieses Mannes geweckt worden, »Wo ist der Bub«? Dann sei es zu einem physischen Kontakt gekommen, den er nicht näher beschreiben wolle. Der berühmte Mann habe ihn massiv bedrängt, erst nach ein paar Minuten habe er sich befreien können.
Ihm stehe eine Entschädigung zu. Der Autor der E-Mail nennt auch den Namen des Beschuldigten: Hermann Gmeiner, Gründer von SOS-Kinderdorf, einer der weltweit größten karitativen Organisationen mit mehr als 550 Kinderdörfern in mehr als 130 Ländern. Ein Hort des Guten, wo die Schwächsten der Gesellschaft Fürsorge erfahren sollen.
DER SPIEGEL 21/2026 War Opa Nazi? Die digitale NSDAP-Mitgliederkartei entlarvt deutsche Familienlügen. Aus Vorfahren werden Täter und Mitläufer, ein Land muss seine Vergangenheit neu prüfen.
Was Experten sagen
Lesen Sie unsere Titelgeschichte, weitere Hintergründe und Analysen im digitalen SPIEGEL. Zur Ausgabe Eine Antwort bekam das mutmaßliche Opfer nicht, nachdem die Nachricht vor sieben Jahren im Dialogzentrum von SOS-Kinderdörfer weltweit angekommen war, dem deutschen Förderverein der Organisation mit Sitz in München. Die E-Mail sowie weiterer interner Mailverkehr liegen dem SPIEGEL vor.
Der Absender sprach von einem einschneidenden und traumatischen Erlebnis, mit dem er in seinem Leben immer wieder konfrontiert worden sei, in der Realität und in seinen Träumen. Ob die Anschuldigungen in der E-Mail zutreffen, lässt sich nicht nachprüfen. Nachvollziehen lässt sich aus den Unterlagen aber, wie die Nachricht bei SOS-Kinderdörfer weltweit zunächst relativiert wurde.
Und wie die Verantwortlichen die Vorwürfe schlicht ignorierten. Erst im November 2025 tauchte der Fall plötzlich wieder auf, wegen eines anderen Skandals. Die österreichische Sektion von SOS-Kinderdorf hatte öffentlich gemacht, dass der zeitlebens als Wohltäter und Kinderfreund gefeierte Hermann Gmeiner seit den Fünfzigerjahren Kinder missbraucht haben soll.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





