
Staatsbesuch in Peking: Trumps Werk und Chinas Beitrag
Staatsbesuch in Peking : Trumps Werk und Chinas Beitrag Ein Kommentar von Jochen Stahnke 12.05.2026, 07:15Lesezeit: 3 Min. Der amerikanische Präsident Trump und der chinesische Präsident Xi Jinping bei einem Treffen am...
No Meeting by June 30 — Where will Trump and Putin meet after that?
Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Staatsbesuch in Peking : Trumps Werk und Chinas Beitrag Ein Kommentar von Jochen Stahnke 12. 2026, 07:15Lesezeit: 3 Min. Der amerikanische Präsident Trump und der chinesische Präsident Xi Jinping bei einem Treffen am Rande des Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsforums im südkoreanischen Busan im Oktober 2025.
ReutersBeide Länder sind systemische Rivalen – und doch profitiert China strategisch von Trumps Politik. Damit das so bleibt, muss Peking vorsichtig vorgehen. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App „Das Feuer am gegenüberliegenden Ufer beobachten“ – so lautet ein bis heute bekanntes Strategem aus dem China des dritten Jahrhunderts.
Die Einzelheiten
Das andere Ufer steht für den Gegner in der Krise, das „Beobachten“ gilt dem scheinbar unbeteiligten Dritten, der abwartet und aus der Lage seinen Vorteil zieht. Ein passendes Bild für Pekings Blick auf Donald Trump. China und die USA sind und bleiben systemische Rivalen.
Seit Jahren buhlt Peking um die Vorherrschaft in der Weltwirtschaft, zunehmend auch in der Geopolitik. Die aktuelle, chaotische Phase des alten Angstgegners unter Trump nutzt Peking nun, indem es geduldig beobachtet, wie das Verhalten der USA die Weltordnung zugunsten Chinas verschiebt. Gleichzeitig stellt China sich an anderen Ufern breiter auf.
Außenpolitisch kann Peking beobachten, wie Trump im Westen Allianzen beschädigt und alte Verbündete schwächt. Mit seinem Annexionsplan Grönlands stellte er die NATO infrage, deren Zerschlagung ein alter Traum Chinas ist. Trumps Verachtung für die Ukraine stärkt Russland und damit indirekt Peking.
Was Experten sagen
Trump belegt die EU mit drastischen Zöllen und fördert zugleich Kräfte, die Brüssel schwächen. Eine gemeinsame westliche Strategie gegen China macht er damit unmöglich. Seit Jahren treibt Peking die Spaltung zwischen Europa und Amerika voran.
Nun kann es vom anderen Ufer aus zusehen, wie Trump den Graben selbst vertieft. Trump verzettelt sich im Nahen OstenDieses Muster zeigt sich auch in Asien. Auf Chinas diplomatische Angriffe gegen Japan reagiert Trump nicht.
Bei Autokraten wie Wladimir Putin und Xi Jinping setzt er dagegen auf Schmeichelei und Beschwichtigung. Auch den Krieg in Iran kann Peking zunächst aus der Distanz verfolgen. Trump verzettelt sich im Nahen Osten, Amerika verbraucht die eigentlich zur Abschreckung Chinas und Russlands vorgesehenen Vorräte an hochwertiger Munition.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





