
Staatssicherheit warnt: Peking sagt, das Ausland macht die Jugend faul
Staatssicherheit warnt : Peking sagt, das Ausland macht die Jugend faul Von Jochen Stahnke, Peking 04.05.2026, 07:09 Lesezeit: 4 Min. Bildbeschreibung ausklappen Gute Jobs sind knapp: Im März auf einer Arbeitsbörse im...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Staatssicherheit warnt : Peking sagt, das Ausland macht die Jugend faul Von Jochen Stahnke, Peking 04. 2026, 07:09 Lesezeit: 4 Min. Bildbeschreibung ausklappen Gute Jobs sind knapp: Im März auf einer Arbeitsbörse im chinesischen Harbin Junge Chinesen sind vom brutalen Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt genervt.
Manche ziehen sich zurück. Das ruft nun den Geheimdienst auf den Plan. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Das „Flachliegen“ junger Chinesen ist für Peking nicht nur ein wirtschaftliches Problem.
Die Einzelheiten
Es ruft auch den Geheimdienst auf den Plan. Das Ministerium für Staatssicherheit macht jetzt das Ausland für den wachsenden Frust in Teilen der Jugend verantwortlich. In einem gerade weitverbreiteten Video tritt ein mutmaßlich KI-generierter Agent in schwarzer Uniform vor und sagt: „Antichinesische Kräfte“ versuchten, die gesellschaftliche Angst zu verstärken, indem sie ständig „negative Vorstellungen verbreiten“, dass Anstrengung vergeblich sei und harte Arbeit nichts bringe.
Ausländische Kräfte „hoffen nur darauf, dass unsere Jugend sich passiv hingibt und wir dadurch unsere Entwicklungserfolge, strategischen Chancen und die Zukunft unserer Nation preisgeben“. Denn die Jugend repräsentiere „die Zukunft der Nation“, und diese sei „das Hauptziel ideologischer Unterwanderung durch ausländische, antichinesische Kräfte“. Die Rede ist von „bestimmten ausländischen Organisationen“, die antichinesische Medien, Denkfabriken und Influencer finanzieren und eine systematische „Gehirnwäschekampagne durch Lügen“ fahren würden.
Namen nennt der Geheimdienst, in dessen Aufgabenbereich auch Spionageabwehr fällt, nicht. Hohe Jugendarbeitslosigkeit Unter Chinas jungen Erwachsenen ist seit ein paar Jahren eine unter dem Begriff „Tangping“ (Flachliegen) verbreitete Entwicklung bekannt. Sie gilt als Reaktion auf die hohe Jugendarbeitslosigkeit und den enormen Konkurrenzkampf auf dem Arbeitsmarkt, wo nicht selten sechs Tage die Woche täglich zehn bis zwölf Stunden gearbeitet wird.
Was Experten sagen
Wenn man noch einen Job bekommt: Offiziell liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei 17 Prozent, Fachleute gehen von weit höheren Zahlen aus. Einige junge Chinesen ziehen sich aus diesem ihrer Sicht nach zunehmend sinnlosen Wettbewerb zurück. Sie kehren zurück ins Elternhaus oder ziehen in günstigere Gegenden auf dem Land.
Dort nehmen sie Gelegenheitsjobs an, leben von Ersparnissen, arbeiten online – und liegen ansonsten flach: Tangping. Unbestätigten Berichten zufolge handelt es sich um Millionen Chinesen, die keinen der wenigen Hightech-Jobs gefunden haben und angesichts des gebremsten Wirtschaftswachstums und fast überall sinkender Gewinne aussteigen. Das Ausland für innere Probleme verantwortlich zu machen, ist seit jeher ein Stilmittel des Machtapparats.
Die Warnung aus Peking aber deutet zum einen auf Sorge vor der hohen Arbeitslosigkeit und möglicher Entfremdung einer großen Zahl von Chinesen in arbeitsfähigem Alter hin.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





