
Syrisches Gefängnis: Im Schlachthaus der Assads
Syrisches Gefängnis : Im Schlachthaus der Assads Von Tobias Lehmkuhl 08.05.2026, 18:58Lesezeit: 4 Min. Ein Gefangener hat in fünf Jahren nur zweimal die Sonne gesehen: Wachturm des Sednaya-GefängnissesPrisons...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Syrisches Gefängnis : Im Schlachthaus der Assads Von Tobias Lehmkuhl 08. 2026, 18:58Lesezeit: 4 Min. Ein Gefangener hat in fünf Jahren nur zweimal die Sonne gesehen: Wachturm des Sednaya-GefängnissesPrisons MuseumGebückt, die Augen abgeschirmt: In Sednaya durften Gefangene ihre Peiniger nicht ansehen.
Das Ohr wurde zum Überlebensinstrument. Eine Berliner Ausstellung rekonstruiert den Höllenort des Assad-Regimes. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Die ersten Bilder aus dem im Dezember 2024 befreiten Gefängnis Sednaya erweckten den Eindruck, die Zellen seien unmittelbar nach der Befreiung geplündert worden.
Die Einzelheiten
Hier und da lagen Haufen von Decken und Kleidungsstücken, aber sonst waren die Räume kahl. Wo waren, fragte man sich naiv, die Pritschen? Die Antwort lautet schlicht: Es gab kein Mobiliar, es gab keine Pritschen.
Die Gefangenen schliefen, zum Teil jahrelang, auf dem gefliesten Boden. Ein paar der sehr grob gewebten braunen Decken, die den Gefangenen als einzige Unterlage und als einziger Schutz vor der im Winter bitteren Kälte zur Verfügung standen, liegen nun auch auf dem Boden eines Raumes in der Gedenkstätte Hohenschönhausen. Eine Sonderausstellung widmet sich hier, im ehemaligen Stasi-Gefängnis, den Bedingungen im unter Hafiz al-Assad, vor allem aber unter seinem Sohn Baschar als „Schlachthaus“ gefürchteten, dreißig Kilometer von Damaskus entfernt gelegenen Gefängnis.
Unter dem Titel „Sednaya. Die Architektur von Repression und Tod“ kann man sich hier, mithilfe von VR-Brillen, durch die Gänge und Zellen des Gefängnisses bewegen. Für die Gefangenen gab es kein AußenDabei war Sednaya ursprünglich gebaut worden, um das verrufene Militärgefängnis Tadmor zu ersetzen.
Was Experten sagen
1981, in einer Phase der Annäherung an den Westen, sollte Sednaya zumindest den Anschein humanerer Haftbedingungen erwecken. Tatsächlich berichteten Häftlinge, die nach der Eröffnung 1987 von Tadmor nach Sednaya verlegt wurden, es habe sich anfangs um eine Verbesserung gehandelt. Spätestens seit dem Beginn des arabischen Frühlings und des syrischen Bürgerkriegs war das System der Bestrafung und Unterdrückung innerhalb der Mauern von Sednaya jedoch frei von jedem humanen Anstrich.
Die architektonische Anlage folgt dem etablierten Typus des Panoptikums: Von einem Zentralbau gehen die drei Zellentrakte des Gebäudes ab. Über drei Etagen und einige kleinere Kellerräume erstrecken sich die Zellen. Für die Gefangenen gab es kein Außen.
Die Zellen selbst waren ohnehin fensterlos, und die Gänge, von denen die Zellen abgehen, ließen durch weit oben angebrachte Milchglasfenster nur diffuses Tageslicht ein. So etwas wie Freigang im Hof gab es praktisch nicht. Ein ehemaliger Häftling berichtet, dass er in den fünf Jahren seiner Haft nur zweimal die Sonne gesehen habe.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





