
Teillegalisierung: Ärzte kritisieren Cannabis-Zwischenbericht
Teillegalisierung : Ärzte kritisieren Cannabis-Zwischenbericht Von Susanne Kusicke 02.05.2026, 16:46 Lesezeit: 4 Min. Bildbeschreibung ausklappen Problematischer Konsum? Symbolbild von der Cannabis-Messe Mary Jane 2025...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Teillegalisierung : Ärzte kritisieren Cannabis-Zwischenbericht Von Susanne Kusicke 02. 2026, 16:46 Lesezeit: 4 Min. Bildbeschreibung ausklappen Problematischer Konsum?
Symbolbild von der Cannabis-Messe Mary Jane 2025 in Berlin dpa Psychiater, Psychologen und Therapeuten sehen den Ekocan-Zwischenbericht zum Cannabis-Konsum kritisch – und warnen vor einem zu positiven Bild der Lage. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Als Anfang April der zweite Zwischenbericht des Forschungsprojekts über die Auswirkungen des Konsumcannabisgesetzes (Ekocan) vorgelegt wurde, blieb in der öffentlichen Wahrnehmung vor allem ein Befund in Erinnerung: Ein Anstieg des Cannabiskonsums in Zusammenhang mit der Teillegalisierung in Deutschland sei bisher nicht erkennbar, hieß es da, und dass sich zwischen dem legalen und dem illegalen Cannabismarkt zwar Verschiebungen ergeben hätten, aber insgesamt keine signifikante Vergrößerung des Marktes an sich. Das in Deutschland konsumierte Cannabis stamme „in zunehmendem Maße aus grundsätzlich legalen Quellen; ein Anstieg des Konsums, der diese Marktverschiebungen kompensieren würde, ist bisher nicht erkennbar“.
Die Einzelheiten
Diesen Eindruck wollen Suchtforscher, Kinder- und Jugendpsychiater und Psychotherapeuten nicht unwidersprochen stehen lassen. Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN), die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP) sowie die Deutsche Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie (DG-Sucht) warnen jetzt in einer gemeinsamen Stellungnahme, im Ekocan-Zwischenbericht werde ein zu positives Bild gezeichnet. Sie fürchten, der Bericht könnte als zumindest vorläufige Entwarnung nach der Teillegalisierung missverstanden werden.
Die näheren Gründe ihrer gemeinsamen Kritik führt Mathias Luderer, Leiter des Bereichs Suchtmedizin in der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Universitätsklinikum Frankfurt, gegenüber der F. Wann zeigen sich die Auswirkungen der Legalisierung? Da sei zum einen der kurze Zeitraum, der bisher nur ausgewertet werden konnte.
Das Gesetz trat im April 2024 in Kraft. „Zwei Jahre sind für eine solche Auswertung nicht aussagekräftig genug. Wir sehen in anderen Ländern, beispielsweise Kanada, dass es fünf bis zehn Jahre dauert, bis sich die Auswirkungen einer Legalisierung in einem Anstieg des Konsums zeigen“, sagt Luderer.
Was Experten sagen
Eine Abhängigkeit entwickele sich erst über einen längeren Zeitraum. Auch die Probleme durch den Cannabiskonsum entstünden erst allmählich. So seien vor allem Intoxikationen und psychotische Erkrankungen erst nach längeren Zeiträumen feststellbar.
Trotz des kurzen Zeitraums seit 2024 gebe es aber schon deutliche Warnzeichen, zum Beispiel mehr cannabisbezogene Aufnahmen in Krankenhäusern.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





