
Tischkultur: Warum wir öfter mit den Händen essen sollten
Tischkultur : Warum wir öfter mit den Händen essen sollten Von Verena Carola Mayer 02.05.2026, 11:31 Lesezeit: 7 Min. Bildbeschreibung ausklappen Ohne Besteck: Königin Elisabeth II. zu Besuch bei Marokkos König Hassan...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Tischkultur : Warum wir öfter mit den Händen essen sollten Von Verena Carola Mayer 02. 2026, 11:31 Lesezeit: 7 Min. Bildbeschreibung ausklappen Ohne Besteck: Königin Elisabeth II.
zu Besuch bei Marokkos König Hassan im Oktober 1980 Getty In vielen Ländern ist es gängig, mit Händen statt mit Besteck zu essen. Das aktiviert die Sinne – und kann sogar gesundheitliche Vorteile haben. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Abendessen bei Freunden: Pestonudeln mit Eltern und Patenkind.
Die Einzelheiten
Freudig strahlend steckt sich die Dreijährige die grünen Nudeln in den Mund. Nebenbei füttert sie ihre ein Jahr jüngere Schwester, und ab und an bekommt auch die Mama die nudelvollen Hände entgegengestreckt. Die mit Prinzessinnenfigur verzierte Plastikgabel liegt unangetastet neben dem Teller.
Nicht nur, weil das Essen mit Besteck in diesem Alter eine motorische Herausforderung ist – sondern auch, so scheint es, weil es ohne schlicht mehr Freude macht. Im Erwachsenenalter gebraucht man die Hände meist nur noch bei Burgern, Tacos und Bratwurst. Für Mikael Horstmann ist die Trennung zwischen Streetfood und gehobener Küche, zwischen dem kultivierten Essen mit Besteck und der bodenständigen Nahrungsaufnahme mit den Händen „ein ziemliches Distinktionsgehabe“.
Horstmann ist lizenzierter Knigge-Trainer und Leiter des Deutschen Museums für Kochkunst und Tafelkultur in Frankfurt. Er sagt: „Mit den Händen zu essen, heißt nicht, dass es keine Tafelkultur gibt. “ Besteck sei kein universelles Zeichen von Zivilisation, sondern lediglich Ausdruck eines bestimmten kulturellen Wandels.
Was Experten sagen
In vielen Regionen der Welt ist das Essen mit der Hand bis heute gängige Praxis. Wie der Gebrauch von Messer, Gabel und Löffel folgt es erlernten Techniken und sozialen Regeln. In Äthiopien werden Eintöpfe, Fleisch und Gemüse mithilfe des Fladenbrots Injera in den Mund befördert.
Tischnachbarn mit einem Happen zu füttern, das sogenannte Gursha , gilt dabei als Geste der besonderen Zuneigung. „Mit den Händen schmecken wir zuerst“: Jungen bei einem Apple-Pie-Ess-Wettbewerb in Ohio, ca. 1947 Getty In Indien und Südostasien dient meist Reis als Grundlage beziehungsweise „Essbesteck“.
Mit den Fingerspitzen wird er zu kleinen Bällchen geformt, und diese werden in Currys und Soßen getunkt. Gegessen wird ausschließlich mit der rechten Hand, da die linke zur Körperhygiene verwendet und damit als unrein betrachtet wird. Gleiches gilt in vielen arabischen Ländern.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





