
Trotz vieler Klagen: Wie Trump den Naturschutz abwickelt
Trotz vieler Klagen : Wie Trump den Naturschutz abwickelt Von Petra Ahne 09.05.2026, 16:27Lesezeit: 5 Min. Keine Rücksicht mehr auf Arten- und Naturschutz: Öl-Raffinerie in Los Angeles.REUTERSEinst war Naturschutz in...
No Meeting by June 30 — Where will Trump and Putin meet after that?
Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Trotz vieler Klagen : Wie Trump den Naturschutz abwickelt Von Petra Ahne 09. 2026, 16:27Lesezeit: 5 Min. Keine Rücksicht mehr auf Arten- und Naturschutz: Öl-Raffinerie in Los Angeles.
REUTERSEinst war Naturschutz in den USA Konsens. Nun unternimmt die Trump-Regierung alles, um ihn zu schwächen. Wo ist die Wildnisbegeisterung der Republikaner geblieben?
Die Einzelheiten
Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Den Spitznamen für das Komitee, das kürzlich zusammenkam, hat sich nicht die aktuelle US-Regierung ausgedacht, seine sieben Mitglieder dürften aber nichts gegen ihn einzuwenden haben. Vertreter der Trump-Administration sehen sich bekanntlich gern im Auftrag einer höheren Macht unterwegs. „God Squad“, Gottes-Trupp, wird das Komitee für bedrohte Arten – die offizielle Bezeichnung – seit fast 50 Jahren genannt, weil es das Schicksal einer Art besiegeln kann.
Sollte der Rice-Wal in ein paar Jahren ausgestorben sein, wird sich wohl eine Verbindung herstellen lassen zu einem Treffen im Frühjahr 2026, bei dem sich unter anderem Verteidigungsminister Pete Hegseth und Innenminister Doug Burgum einig waren, dass im Interesse nationaler Sicherheit die heimische Energieproduktion vorrangig sei und im Golf von Mexiko nicht von Regelungen zum Schutz bedrohter Arten behindert werden dürfe, erst recht mit dem Krieg in Iran. Einschränkungen, die die noch etwa 50 Exemplare umfassende Population der nur im Golf von Mexiko vorkommenden Walart schützen könnten – weniger Schiffsverkehr, kein Lärm von bei der Erdölsuche eingesetzten Unterwasser-Schallkanonen –, sollen nicht mehr gelten. Die Klagen von Naturschutzorganisationen folgten umgehend.
Das Center for Biological Diversity begründete seine damit, dass das Verfahren nicht wie vom Endangered Species Act vorgeschrieben ablief. Keine 30 Minuten dauerte die auf Youtube abrufbare Sitzung, unabhängige Experten wurden nicht angehört. Als 1992 zum letzten Mal über eine solche Ausnahmeregelung verhandelt wurde, zogen sich die Besprechungen über vier Wochen hin.
Was Experten sagen
Es ging um Holzeinschlag in einem vom Nördlichen Fleckenkauz bewohnten Gebiet. Alle fünf Tage eine neue KlageFünfzehn Monate nach dem Beginn von Donald Trumps zweiter Amtszeit lässt sich an der Zahl der Klagen von Umweltverbänden ablesen, wie ernst er es meinte mit seiner Ankündigung, die heimische Energieproduktion ordentlich anzukurbeln und dem entgegenstehende „ideologisch motivierte“ Regulierungen zu beseitigen. So oft wie im Moment habe man noch nie Widerspruch eingelegt, schreibt Stephanie Kurose, Juristin beim Center for Biological Diversity, in einer E-Mail.
Fast 100 seien es seit der Amtseinführung im Januar 2025 gewesen – macht im Durchschnitt eine alle fünf Tage. Schon im Wahlkampf, wie hier 2024 in Dakota, führte Trump Krieg gegen den Umweltschutz. Picture AllianceDas ist selbst für die Organisation viel, die die Klageeinreichung zu ihrem zentralen Kampfmittel gemacht hat.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





