
TV-Kritik: „Maischberger“: „Merz ist noch in der Ausbildung“
TV-Kritik: „Maischberger“ : „Merz ist noch in der Ausbildung“ Von Frauke Steffens 07.05.2026, 06:40Lesezeit: 5 Min. Die Fraktionsvorsitzenden der Partei Die Linke und der Union, Heidi Reichinnek Jens Spahn, diskutieren...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. TV-Kritik: „Maischberger“ : „Merz ist noch in der Ausbildung“ Von Frauke Steffens 07. 2026, 06:40Lesezeit: 5 Min. Die Fraktionsvorsitzenden der Partei Die Linke und der Union, Heidi Reichinnek Jens Spahn, diskutieren bei „Maischberger“.
© WDR/Oliver ZiebeHeidi Reichinnek und Jens Spahn treffen bei „Maischberger“ aufeinander. Beide drücken sich in unterschiedlichen Momenten vor kritischen Fragen. Andere Gäste stellen Kanzler und Koalition ein schlechtes Zeugnis aus.
Die Einzelheiten
Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Eine Zwischenbilanz der Koalition nach einem Jahr wollte Sandra Maischberger liefern, und schon der Aufbau der Sendung zeigte, dass die Redaktion dabei auf Zuspitzung setzte. Erst gab es die übliche Vorrunde zum Zustand der Republik, danach aber das eigentliche Fernsehversprechen: Jens Spahn und Heidi Reichinnek im Zweikampf. Der Unionspolitiker Spahn geht die Linke Reichinnek gern mit Spott über ihre Tattoos und Warnungen vorm Sozialismus an, Reichinnek wiederum ist für schnelle Verbalkonter bekannt.
Doch bevor die beiden Fraktionschefs aufeinandertrafen, sollten zwei Journalisten und ein Kabarettist ausdeuten, was falsch läuft in der Koalition: Gabor Steingart, Herausgeber von Pioneer Media, Katharina Hamberger, die Hauptstadtkorrespondentin des Deutschlandfunks, und Jürgen Becker, bekannt aus den WDR-„Mitternachtsspitzen“. Komiker Becker hatte keine Geduld mit Friedrich Merz. Man merke, dass der Kanzler nie zuvor ein politisches Führungsamt gehabt habe: Merz sei „noch in der Ausbildung“, lästerte Becker zum Auftakt.
Während der sozialdemokratische Vorgänger Olaf Scholz „kaum was gesagt“ habe, haue Christdemokrat Merz die Dinge so raus, wie es ihm gerade passe. Das sei nach dem Geräuschvermeider Scholz eine Art Kulturschock für die Leute. Stillstand in Deutschland?
Was Experten sagen
Hamberger kleidete den Unmut über die holprige Regierungsarbeit in analytischere Begriffe: Realität und Erwartung klafften angesichts der Reform-Rhetorik weit auseinander. Allerdings könne die Regierung die notwendigen Reformen auch aufgrund der vielen gleichzeitigen Krisen im In- und Ausland gar nicht so schnell umsetzen. Steingart machte sich die Position der Unternehmerverbände zu eigen: Der „Tanker Bundesrepublik“ bewege sich im Gegensatz zu anderen Ländern gar nicht.
Verglichen mit dem, was andere Nationen seit der Pandemie geschafft hätten, gebe es eine „riesige Wohlstandslücke“, sagte der Journalist. Noch habe die Wirtschaft nicht mit Merz gebrochen, viele Unternehmer seien aber enttäuscht, weil es mit der Entlastung und Deregulierung nicht vorangehe. In der Kanzlerdemokratie habe Merz eigentlich viel Macht, sagte Steingart, „aber der Mann tut nichts“.
Hambergers Kritik, die Verteilungsfrage werde zu wenig berücksichtigt, wies er zurück. Bei den Problemen Deutschlands gehe es nicht um die Gerechtigkeitsfrage, sondern darum, den wirtschaftlichen Stillstand zu beseitigen und Wachstum zu ermöglichen, sagte der ehemalige „Handelsblatt“-Herausgeber.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





