
Udo Lindenberg wird 80: Ein Wasserbett im Doppelkornfeld
Udo Lindenberg wird 80 : Ein Wasserbett im Doppelkornfeld Von Edo Reents 17.05.2026, 13:29Lesezeit: 7 Min. Er schuf viele Phantasiefiguren, auch seine eigene: Udo Lindenberg 2025NDR/ARD/Tine AckeUdo Lindenberg...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Udo Lindenberg wird 80 : Ein Wasserbett im Doppelkornfeld Von Edo Reents 17. 2026, 13:29Lesezeit: 7 Min. Er schuf viele Phantasiefiguren, auch seine eigene: Udo Lindenberg 2025NDR/ARD/Tine AckeUdo Lindenberg überführte den Drang vieler Nachkriegskinder nach Aus- und Aufbruch in eine ganz spezielle Kunst.
Das Deutsche als Rock-Idiom prägte er wie kein anderer. Er vermied es, erwachsen zu werden: Nun wird er achtzig. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Er konnte besser trommeln als Ringo Starr, schlüpfte in mehr Bühnen- und Schallplattenrollen als David Bowie und klaute wie Bob Dylan: Udo Lindenberg brachte alles mit oder eignete sich an, was man zum Beruf eines Rockmusikers brauchte, den es in Deutschland damals aber noch gar nicht gab, jedenfalls nicht mit Gesang in der Landessprache.
Die Einzelheiten
Die beherrschte er und destillierte daraus einen Alltags-Slang, von dem Rio Reiser, sein einziger deutschsprachiger Konkurrent, behauptete, so rede in Wirklichkeit kein Mensch. Und singen konnte er genau genommen auch gar nicht; seine Stimme war zumal in der Frühzeit dünn und kippte, sobald es richtig rockig werden sollte. Aber daraus und aus all den anderen Mängeln, die ihm, wie jedem Menschen, anhafteten, machte er das Markenzeichen eines so noch nicht gesehenen und auch nicht gehörten Rockdarstellers, den er nonchalant und zäh seit bald sechzig Jahren gibt.
Viele Auf- und Ausbrüche in seinen LiedernEs muss um 1970 gewesen sein, dass Udo Lindenberg nach München fuhr, wo Klaus Doldinger residierte, sein großer Bruder im Geiste des Jazz. Dem sollte er etwas vortrommeln und machte seine Sache so gut, dass er damit seither jeden Sonntagabend um 20:15 Uhr zu hören ist, wenn „Tatort“ kommt, für den Doldinger mit seiner Gruppe Passport, zu deren Gründungsgarnitur Lindenberg dann gehörte, die längst unsterbliche Titelmusik geschrieben und eingespielt hatte. Nach Hamburg brachte er einen ausgetüftelten Masterplan mit, mit dem er das eine Problem lösen wollte, das ihm nach seiner kargen Jugend an der holländischen Grenze unter einem kriegsheimgekehrten, also schweigsamen und trinkfesten Vater, nach ruhelosen, ihn bis nach Nordafrika führenden Flucht- und Wanderjahren und nachdem er sich bei den Hamburger City Preachers seiner soul sister und übrigens Jahrgangsgenossin Inga Rumpf nützlich gemacht hatte, noch geblieben war: „Wie werde ich ein Star?
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Was Experten sagen
Weitere Informationen . Externe Inhalte aktivieren Das wusste Udo, wie die Restauranttischdeckennotizen beweisen, die er sich für den Rückweg gemacht hatte und die englischsprachige Vorbilder sich nicht besser hätten zurechtlegen können: „Ein Star darf nicht deutsch bescheiden sein, ein Schleicher wie Harald Juhnke. Und: Erzähle nie alles aus Deiner Biografie, lass immer etwas im Unklaren.
Ein Star muss immer ein Mysterium bleiben.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





