
Ungleicher Zugang: Das undurchsichtige Geschäft mit den Abi-Prüfungen
Ungleicher Zugang : Das undurchsichtige Geschäft mit den Abi-Prüfungen Von Caroline Becker 30.04.2026, 08:53 Lesezeit: 5 Min. Bildbeschreibung ausklappen Abschlussprüfungen: Viele Schüler nutzen Klausuren aus den...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Ungleicher Zugang : Das undurchsichtige Geschäft mit den Abi-Prüfungen Von Caroline Becker 30. 2026, 08:53 Lesezeit: 5 Min. Bildbeschreibung ausklappen Abschlussprüfungen: Viele Schüler nutzen Klausuren aus den Vorjahren, um sich mit dem Prüfungsdesign vertraut zu machen.
Picture Alliance Altklausuren helfen in der Vorbereitung. Aber in den meisten Bundesländern sind sie nicht frei verfügbar. Viele Schüler kaufen sie im Stark-Verlag – ein Vorgehen, das Fragen aufwirft.
Die Einzelheiten
Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Im obersten Stockwerk der Hugendubel-Filiale mitten in Frankfurt am Main sehen viele Kunden Rot. In den Regalen und auf mehreren Tischen stapeln sich in den ersten Monaten des Jahres rote Hefte vom Stark-Verlag. Die Abiturprüfungszeit hat begonnen.
„Die Prüfungsvorbereitungshefte des Stark-Verlags zählen zu den beliebtesten Produkten in diesem Segment“, sagt eine Sprecherin von Hugendubel der F. „Die Lernhilfen werden von vielen Lehrern explizit zum Beispiel zur Vorbereitung auf das Abitur empfohlen. “ Das Besondere an den Heften: Sie enthalten die Originalprüfungsaufgaben der vergangenen Jahre inklusive Lösungen.
Und das für fast jedes Bundesland – ein Alleinstellungsmerkmal und schlagkräftiges Verkaufsargument. 19,95 Euro kostet ein Heft mit Originalprüfungsaufgabe pro Fach. 105,75 Euro kostet das „Komplettpaket“, inklusive Übungsheften.
Was Experten sagen
Das kann sich nicht jeder Schüler leisten – ein Problem für chancengleiche Bildung, kritisiert unter anderem Anja Bensinger-Stolze, Vorstandsmitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft ( GEW ). Mit dem Aufbau der Prüfungen vertraut zu sein, sei bei zentralen Prüfungen wie dem Abitur ein entscheidender Vorteil. Aber weshalb müssen Schüler die ehemaligen Prüfungen überhaupt kaufen?
Schließlich werden die schriftlichen Prüfungen in Hessen, wie in den meisten Bundesländern, von Lehrkräften und dem Kultus- oder Bildungsministerium erstellt. Könnten die Ministerien den Schülern die Aufgaben nicht einfach kostenfrei zum Download zur Verfügung stellen? Genau diese Fragen haben sich 2019 auch die gemeinnützigen Organisationen Wikimedia Deutschland und die NGO FragDenStaat gestellt, und starteten die Kampagne „Verschlusssache Prüfung“.
„Da die Prüfungen von den Ländern selbst erstellt werden, erschließt es sich für uns nicht, warum diese über private Verlage an Schüler*innen verkauft werden sollten“, sagt Max Kronmüller, der bei FragDenStaat für die Kampagne zuständig ist. Anfangs unterstützte die Kampagne Schüler dabei, alte Abschlussprüfungen bei den zuständigen Ministerien anzufragen, teils über das Informationsfreiheitsgesetz. „Aufgrund der schlechten Gesetzeslage funktioniert das jedoch nur in wenigen Bundesländern, teilweise mussten wir die Auskunft gerichtlich durchsetzen“, sagt Kronmüller.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





