
Usedom: Umbetter entdecken Massengrab mit 42 Kriegstoten
Viele Frauen und Kinder »Schulter an Schulter« – Massengrab mit 42 Kriegstoten auf Usedom entdeckt Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge hat auf Usedom einen unerwarteten Fund gemacht: Ein Massengrab mit 42 Toten,...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Viele Frauen und Kinder »Schulter an Schulter« – Massengrab mit 42 Kriegstoten auf Usedom entdeckt Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge hat auf Usedom einen unerwarteten Fund gemacht: Ein Massengrab mit 42 Toten, darunter viele Frauen und Kinder. 54 Uhr Zur Merkliste hinzufügen Artikel anhören (6 Minuten) 6 Min X. com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X.
com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren Bild vergrößern Grabungsleiter Joachim Kozlowski: »Trauer braucht einen Ort« Foto: Stefan Sauer / dpa Eigentlich hatte man erwartet, sechs bisher unidentifizierte Kriegstote auf dem Friedhof von Koserow auf der Insel Usedom zu finden, als die Umbetter vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge dort ihre Arbeit aufnahmen. Dann fanden sie immer mehr, und am Ende entpuppte sich der vermeintliche Routineeinsatz als ungewöhnlich: 42 Menschen hatte man dort in drei länglichen Gruben verscharrt, »Schulter an Schulter«, wie es Grabungsleiter Joachim Kozlowski beschreibt. Die Umbetter des Volksbund hatten ein Massengrab gefunden.
Die Einzelheiten
Der in staatlichem Auftrag handelnde Verein (Motto: »Gemeinsam für den Frieden«) sieht sich als humanitäre Organisation. Im In- und Ausland sucht er anonym begrabene Kriegstote, um sie würdig zu bestatten und ihre Gräber zu pflegen. Dabei hilft er teils auch, den Verbleib von Kriegsopfern aufzuklären.
Anhand etwa der Erkennungsmarken könnten dann auch Anfragen, die von Angehörigen ans Bundesarchiv gestellt wurden, beantwortet werden. Worum es nicht geht: Schuldfragen zu klären oder aufzuwerfen. »Alle, die nach Krieg schreien, sollten mich begleiten«, sagte Kozlowski der »Ostsee Zeitung« nach dem Fund.
Dass auf dem Friedhof von Koserow Kriegstote lagen, war bekannt. Vor Ort gibt es einen Grabstein mit der Aufschrift »Den unbekannten Opfern des Zweiten Weltkrieges«. Nicht auf jedem deutschen Friedhof, der per Gedenkstein an Kriegstote erinnert, werden die Umbetter auch fündig.
Was Experten sagen
Laut Kozlowski war in Koserow angenommen worden, dass es sich um sechs Tote handeln könne. »Dann gab es eine vage Aussage, dass es möglicherweise wohl auch mehr sein könnten. Aber dass es dann am Ende 42 wurden, also damit hat keiner von uns gerechnet.
« Bild vergrößern Beifunde: Persönliche Gegenstände, die mit den Leichen gefunden wurden. Foto: Stefan Sauer / dpa Das Alter der Opfer zum Zeitpunkt des Todes reicht laut Kozlowski vom Kindes- und Jugendlichenalter bis in den Bereich von 70 Jahren. Außerdem seien vergleichsweise viele Frauen dabei.
Insgesamt seien zehn Erkennungsmarken gefunden worden, etwa die einer Marinehelferin. Es gebe Hinweise auf Behandlungen in einem Lazarett. »Es gab Menschen mit frischen Amputationsverletzungen, wo man Gliedmaßen abgesägt hatte«, sagte Kozlowski.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





