
Venedig-Biennale: Ein Hirsch auf Europatour
Venedig-Biennale : Ein Hirsch auf Europatour Von Yelizaveta Landenberger 04.05.2026, 19:12 Lesezeit: 6 Min. Bildbeschreibung ausklappen Kadyrova und ihr Hirsch Mitya Churikov Als die russische Armee sich näherte, wurde...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Venedig-Biennale : Ein Hirsch auf Europatour Von Yelizaveta Landenberger 04. 2026, 19:12 Lesezeit: 6 Min. Bildbeschreibung ausklappen Kadyrova und ihr Hirsch Mitya Churikov Als die russische Armee sich näherte, wurde ein Werk von Zhanna Kadyrova, ein Hirsch aus Beton, aus Pokrowsk gerettet.
Auf dem Weg zur Kunstbiennale machen die Kiewer Künstlerin und der Hirsch Halt in Berlin. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Ein kleiner Rave auf dem Mariannenplatz in Berlin-Kreuzberg. Einige Dutzend Kunstbegeisterte trotzen der Frühlingskälte und haben sich vor dem Star dieses Abends versammelt, der auf der offenen Ladefläche des Lkws rechts vom DJ-Pult steht – eine zweieinhalb Meter große Hirschskulptur aus Beton in der Form des geometrischen Origamistils.
Die Einzelheiten
Scheinwerfer tauchen den Hirsch im Takt des Beats in bunte Farben. Als Kulisse dient die helle Ziegelfassade des Kunstquartiers Bethanien, eines ehemaligen Krankenhauses, mit seinen beiden schmalen, hohen Türmen. Unter den Feiernden ist auch die Schöpferin des Hirsches, die Künstlerin Zhanna Kadyrova, die den diesjährigen ukrainischen Pavillon auf der Kunstbiennale in Venedig bespielt.
Die 1981 geborene, in Kiew ausgebildete Bildhauerin mit der fransigen dunklen Ponyfrisur gilt als bekannteste ukrainische Gegenwartskünstlerin. Mit dem Taras-Schewtschenko-Preis erhielt sie die höchste Kulturauszeichnung der Ukraine. Eine NGO, die Kunst rettet Am Vortag des Raves, am 13.
März, kommt ihr Origami-Hirsch in Berlin an, als Erstes ist der auf dem Oranienplatz ausgestellt. Ursprünglich mit Unterstützung ihres Partners Denys Ruban für den zentralen Park der inzwischen von russischen Truppen eingenommenen Stadt Pokrowsk im Donbass gefertigt, evakuierte die Künstlerin den Hirsch im Sommer 2024 auf Initiative des Aktivisten Leonid Marushchak gerade noch rechtzeitig. Der studierte Historiker hat mit seiner NGO schon unzählige Kunstschätze vor der Zerstörung bewahrt.
Was Experten sagen
Jetzt wird die Skulptur zum Zentrum des ukrainischen Pavillons in Venedig. „Dreimal sind wir nach Pokrowsk gefahren, bis es geklappt hat“, erzählt mir Kadyrova mit markant rauer Stimme nach ihrer Ankunft auf dem Oranienplatz. Mal habe es keinen Kran gegeben, mal keinen Strom, um die Skulptur zu demontieren.
„Als wir sie Ende August schließlich abholten, da waren es fünf Kilometer bis zur Front. Wir haben ständig Explosionen gehört, boom, boom, boom! “ Kadyrova gestikuliert energisch, ohne etwas vom Crémant in ihrem Glas zu verschütten – wir stoßen mit ihren Freunden und Unterstützern auf den geretteten Hirsch an.
Einige aus ihrem Team, sie tragen orange Warnwesten, stehen dabei, die Künstlerin Natalka Diachenko, sie hat die Evakuierung aus Pokrowsk gefilmt und dokumentiert nun in Berlin die Ereignisse mit der Kamera. Das wird in Berlin gefeiert. Mitya Churikov Auch Marushchak, der Retter des Hirsches, ist da.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





