
Vor den Wahlen: Großbritanniens politische Landkarte wird bunt
Vor den Wahlen : Großbritanniens politische Landkarte wird bunt Von Johannes Leithäuser, London 07.05.2026, 06:32Lesezeit: 5 Min. Britain's Prime Minister Keir Starmer gestures to supporters during a visit to All Saints...
No Meeting by June 30 — Where will Trump and Putin meet after that?
Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Vor den Wahlen : Großbritanniens politische Landkarte wird bunt Von Johannes Leithäuser, London 07. 2026, 06:32Lesezeit: 5 Min. Britain's Prime Minister Keir Starmer gestures to supporters during a visit to All Saints Hall in south London, Tuesday May 5, 2026, whilst campaigning for the upcoming local elections.
(Ben Whitley/PA via AP)APDie Dominanz von Labour und Konservativen ist am Ende: In den anstehenden Kommunal- und Regionalwahlen können gleich fünf Parteien auf zweistellige Ergebnisse hoffen. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Das britische Zweiparteiensystem kommt an sein Ende. Die Kommunal- und Regionalwahlen in Teilen Englands, in Schottland und Wales werden an diesem Donnerstag die bislang rot (Labour) und blau (Konservative) gehaltene politische Landkarte Großbritanniens bunt färben.
Die Einzelheiten
Nach den demoskopischen Messungen können künftig fünf Parteien mit zweistelligen Stimmenanteilen rechnen. Sämtliche Erhebungen sehen die türkisfarbene Partei des Rechtspopulisten Nigel Farage, Reform UK, an der Spitze. Ihm wird vor allem in den alten Industrieregionen des englischen Nordens, in denen vor einem Jahrzehnt große Mehrheiten der Wähler für den britischen EU-Austritt stimmten, der Gewinn neuer Mehrheiten in den Gemeindeparlamenten zugetraut.
Die englischen Grünen hingegen, die jahrzehntelang wegen des geltenden Mehrheitswahlrechts ein politisches Schattendasein fristeten, rechnen sich Chancen aus, erstmals die absolute Mehrheit in einigen Londoner Stadtbezirken zu erringen. Auch die Liberaldemokraten, die bislang schon in den Kommunalparlamenten stärker verankert waren als im nationalen Unterhaus, hoffen auf weitere Mandatsgewinne. Starmers Konkurrenten haben HandicapsDie Konservativen und die in Westminster regierende Labour-Partei sehen hingegen Verlusten entgegen.
Labour hält bislang etwa die Hälfte der rund 5000 Gemeindemandate, die zur Wahl stehen, die Konservativen verteidigen rund ein Viertel davon. Die offizielle Oppositionspartei tröstet sich vor allem mit der Aussicht, dass ihre Verluste weniger schlimm ausfallen werden als die von Labour. Währenddessen ist die Regierungspartei, die mehr als 1500 Mandate einbüßen könnte, schon seit Wochen gelähmt von der Aussicht auf eine Führungskrise.
Zwar hat Premierminister Keir Starmer sein Schicksal als Partei- und Regierungschef ausdrücklich nicht mit dem Ausgang der Wahlen am Donnerstag verbunden und zu erkennen gegeben, dass er nicht freiwillig weichen will. Doch konnte er die anhaltenden Spekulationen in seiner Regierungsfraktion, wer ihm folgen könnte, nicht unterbinden.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





