
Waffenruhe zur Parade: Putins Anspruch, Russlands Wirklichkeit
Waffenruhe zur Parade : Putins Anspruch, Russlands Wirklichkeit Von Othmara Glas , Friedrich Schmidt 10.05.2026, 14:31Lesezeit: 7 Min. Die Parade zum „Tag des Sieges“ am 9. Mai 2026 auf dem Roten Platz in MoskauAPAuf...
No Meeting by June 30 — Where will Trump and Putin meet after that?
Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Waffenruhe zur Parade : Putins Anspruch, Russlands Wirklichkeit Von Othmara Glas , Friedrich Schmidt 10. 2026, 14:31Lesezeit: 7 Min. Die Parade zum „Tag des Sieges“ am 9.
Mai 2026 auf dem Roten Platz in MoskauAPAuf dem Roten Platz marschieren deutlich weniger Einheiten als früher. Doch Putin hält an seinen Forderungen fest. Derweil hält die Waffenruhe nur auf dem Papier.
Die Einzelheiten
Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App In Moskau traf am Samstag die trübe russische Wirklichkeit auf Wladimir Putins ungebrochene Maximalansprüche. Die Militärparade zum „Tag des Sieges“ von 1945, die der russische Herrscher auf dem Roten Platz abnahm, wirkte wie ein Schatten ihrer Vorgängerinnen. Viel weniger Soldaten als sonst marschierten auf, das Militär gab nicht einmal eine Gesamtzahl bekannt.
Sondern nur, dass „mehr als 1000“ Teilnehmer der „speziellen Militäroperation“, des Angriffskriegs gegen die Ukraine, an der Parade beteiligt seien. Die Invasoren bildeten auch eine eigene Paradeformation, Orden baumelten an Schutzwesten, Auszeichnungen wurden hervorgehoben. Aber nur zwölf solcher Formationen gab es insgesamt, viel weniger als früher, und eine davon kam aus Nordkorea.
Das war eine Premiere. Erinnert wurde an die Rolle der nordkoreanischen Kämpfer bei der Rückeroberung grenznaher Teile des westrussischen Kursker Gebiets von „neonazistischen Eroberern“. Gemeint waren die Ukrainer, getreu der Kreml-Linie, den aktuellen Krieg als Fortsetzung desjenigen darzustellen, der 1945 siegreich endete.
Was Experten sagen
Wie bei früheren Paraden wurden die Ukraine und die Ukrainer aber an keiner Stelle benannt: nicht als damalige Sowjetbürger, nicht als heutige Kriegsgegner. Wohl, um sie nicht aufzuwerten. Die deutsch-ukrainische Historikerkommission schätzt, dass etwa acht Millionen Ukrainer für die sowjetische Armee mobilisiert wurden; sie stellten ein Viertel der sowjetischen Streitkräfte.
Insgesamt sind demnach schätzungsweise acht bis zehn Millionen Menschen aus der ukrainischen Sowjetrepublik im Zweiten Weltkrieg ums Leben gekommen, Zivilisten wie Soldaten. Weniger Gäste in MoskauIn Moskau saßen weniger Gäste als sonst auf der Tribüne, weniger Journalisten waren zugelassen worden, nur wenige Staats- und Regierungschefs gekommen. Zwei von ihnen, die Präsidenten Kasachstans und Usbekistans, hatten ihre Reisen gleichsam erst in letzter Minute angekündigt.
Sie hörten, wie Putin, symbolträchtig platziert zwischen einem 100 Jahre alten Weltkriegsveteranen und einem Teilnehmer des aktuellen Krieges, in seiner Ansprache Opfer, Geschlossenheit und Siege beschwor. Der russische Vormarsch in der Ukraine war langsam und wirkt derzeit gestoppt, doch Putin sagte über seine Truppen: „Sie stellen sich einer aggressiven Macht entgegen, die vom gesamten NATO-Block bewaffnet und unterstützt wird. Und trotz alledem schreiten unsere Helden voran.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





