
„Was Deutschland verbindet“: Die ARD lässt 84 völlig Fremde über Demokratie reden
„Was Deutschland verbindet“ : Die ARD lässt 84 völlig Fremde über Demokratie reden Von Axel Weidemann 11.05.2026, 21:30Lesezeit: 6 Min. Im Gespräch: Eine Teilnehmerin aus Nordrhein-Westfalen (Mitte) sowie der...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. „Was Deutschland verbindet“ : Die ARD lässt 84 völlig Fremde über Demokratie reden Von Axel Weidemann 11. 2026, 21:30Lesezeit: 6 Min. Im Gespräch: Eine Teilnehmerin aus Nordrhein-Westfalen (Mitte) sowie der „Gesprächsbegleiter“ Jakob HeinARDMöglichst viele unterschiedliche Menschen und Meinungen an einen Tisch zu bringen, das hat die ARD in ihrem Projekt „Was Deutschland verbindet“ probiert.
Und siehe: Sie reden miteinander. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Wenn der Mensch spricht und sich zu lösen versucht, dann stehen ihm verschiedene Sicherheitsmechanismen zur Verfügung. Im Gespräch, zumal mit Fremden, sucht er nach vertrauten Wendungen, die er kennt.
Die Einzelheiten
Ein weiterer Anker sind die Hände. Wer zuhört, hält sich an sich selbst fest: Fingerspitzen werden aufeinander gepresst, Finger verschränken sich, Daumen kreisen, Hände ringen. In der Regie von Studio 6 des SWR-Funkhauses in Baden-Baden, einem flurartigen Raum mit Geschirrregalen an der Wand, der für die 15 Menschen, die in ihm arbeiten, viel zu klein ist, folgt man diesen Händen auf zahlreichen Bildausschnitten, aus unterschiedlichen Kamera-Perspektiven.
Manche Hände verweilen angestrengt auf dem Schoß, manche fahren sich durchs Gesicht, manche unterdrücken ein Gähnen. Das hier etwas Spektakuläres passiert, danach sieht es nicht aus. Doch die Tatsache, dass 42 sehr unterschiedliche Menschen, die sich nicht kennen und noch nie im Fernsehen waren, in einem Raum sitzen und versuchen, zivilisiert miteinander ins Gespräch zu kommen, kann einen mit etwas gutem Willen staunen lassen.
Nach einer Stunde Gespräch, 15 Minuten Pause. Es ist der zweite Tag eines Bürgerdialog-Marathons, einer Art Anti-Talkshow-Initiative der ARD, mit dem etwas wonnigen Titel „Was Deutschland verbindet“. Dahinter steckt ein Großprojekt, für das 84 Menschen aus der ganzen Bundesrepublik – sie sollen „symbolisch für 84 Millionen Einwohner in Deutschland“ stehen“ – in zwei Gruppen auf zwei Standorte (Baden-Baden und Leipzig) verteilt wurden, um dann miteinander in einem durch Kameras erweiterten Stuhlkreis zu sprechen.
Was Experten sagen
An zwei Tagen hintereinander je eine Stunde zu den Themen Gleichberechtigung, Migration, Demokratie, Meckerkultur und Wandel. Das zumindest sind laut ARD die Themen, die die Teilnehmer in Vorgesprächen am meisten bewegten. Nach einer Stunde Gespräch, 15 Minuten Pause.
Jakob Hein sitzt an diesem Sonntag im Mai, an dem es um die Themen Demokratie, Meckerkultur und Wandel geht, nicht als Moderator im Plenum, sondern als moderater Schrittmacher, „Gesprächsbegleiter. Journalistisch will man sich raushalten. Hein hält sich zurück, sagt allenfalls „Wer möchte den Anfang machen?
“ und wird später im Einzelinterview vor der Kamera beschreiben, wie anstrengend das für ihn war. Doch dann reden die Menschen. Reden und Reden lassen: Teilnehmender bei der ARD-Dialogaktion „Was Deutschland verbindet“.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





