
Wassernobelpreis: „Sie nannten mich einen Wasserterroristen“
Wassernobelpreis : „Sie nannten mich einen Wasserterroristen“ Von Frauke Zbikowski 01.05.2026, 17:00 Lesezeit: 5 Min. Bildbeschreibung ausklappen Kaveh Madani, Träger des Stockholm Water Prize 2026 United Nations...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Wassernobelpreis : „Sie nannten mich einen Wasserterroristen“ Von Frauke Zbikowski 01. 2026, 17:00 Lesezeit: 5 Min. Bildbeschreibung ausklappen Kaveh Madani, Träger des Stockholm Water Prize 2026 United Nations University Institute of Water Der Forscher Kaveh Madani warnt davor, die wichtigste Ressource der Menschheit zu verschwenden.
In Iran brachte ihn das in Lebensgefahr. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Das Jahr 2018 war ein besonders trockenes Jahr. Von da an wurde Deutschland im allgemeinen Bewusstsein von einem Land mit Wasser im Überfluss zu einem Land, dem Wassermangel droht: In den Frühjahren bleibt der Regen aus, Böden enthalten zu wenig Feuchtigkeit, Grundwasserspiegel und Pegelstände von Flüssen und Seen sinken.
Die Einzelheiten
Ein verregneter Sommer reicht nicht mehr aus, um trockene Jahre auszugleichen. Die Ursache: der Klimawandel. Der Hydrologe Kaveh Madani hat dafür einen anderen Begriff geprägt: „Wasserbankrott“.
Denn er sieht neben dem Klima eine weitere Ursache für Wasserknappheit: Wie ein insolventes Unternehmen, das dauerhaft mehr Geld ausgegeben hat als eingenommen, verbrauchen wir mehr Wasser, als die Natur nachliefern kann, und zwar global. Er fürchtet, dass der Klimawandel zu einer Ausrede wird, um von Misswirtschaft abzulenken. Der Klimawandel verschärfe die Unwucht nur, in die der Wasserkreislauf geraten ist.
Zu hoffen, dass sich die Situation eines Tages von selbst wieder bessern wird, hält er für eine gefährliche Illusion. Und auch dort, wo genug Wasser vorhanden ist, entstehe Wassermangel, und zwar durch Verschmutzung mit Abwässern, Salz, Bergbau- und Industrieabfällen, Dünger oder Pestiziden. Für diese Beschreibung wird der Wasserexperte, der am City College of New York lehrt und am Institut für Wasser, Umwelt und Gesundheit der UN-Universität im kanadischen Richmond Hill forscht, im August den Stockholm Water Prize erhalten.
Was Experten sagen
Die Auszeichnung, die auch als Wassernobelpreis bezeichnet wird, würdigt seine Beiträge zum Schutz der Wasserressourcen. Madani ist der jüngste Preisträger in der 35-jährigen Geschichte dieses Preises. Rückkehr nach Iran Das Jahr 2018 bedeutet auch für ihn einen Einschnitt: Von einem gefragten Wissenschaftler wurde er zu einem Verfolgten.
In seinem Heimatland als Verbrecher diffamiert, geriet er in Lebensgefahr. 1981 in Iran geboren, studierte Kaveh Madani in Täbris Bauingenieurwesen, bevor ihn ein Masterstudium in Wassermanagement an die Universität Lund führte. „Wie viele andere junge Iraner suchte ich eine bessere Ausbildung und ein besseres Leben.
“ An der University of California in Davis promovierte er und fand danach eine Anstellung am Imperial College in London. Dort etablierte er sich als Forscher, der mathematische Modelle unter anderem aus der Spieltheorie nutzt, um Konflikte bei der Wassernutzung zu analysieren. Im Jahr 2017 erhielt Madani das Angebot, als stellvertretender Umweltminister nach Iran zurückzukehren.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





