
Wechsel im Währungsfonds: „Die alten Sektoren zu schützen, ist eine Verliererstrategie“
Wechsel im Währungsfonds : „Die alten Sektoren zu schützen, ist eine Verliererstrategie“ Von Winand von Petersdorff-Campen 06.05.2026, 21:57Lesezeit: 5 Min. Der ungeduldige Europäer: Alfred Kammer, der Europadirektor...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Wechsel im Währungsfonds : „Die alten Sektoren zu schützen, ist eine Verliererstrategie“ Von Winand von Petersdorff-Campen 06. 2026, 21:57Lesezeit: 5 Min. Der ungeduldige Europäer: Alfred Kammer, der Europadirektor des Internationalen Währungsfonds, geht in den Ruhestand.
ReutersDer Europadirektor des Internationalen Währungsfonds, Alfred Kammer, fordert Deutschland und die EU zu mehr Tempo auf: weniger Bürokratie und mehr Binnenmarkt. Nur so könne Europa die wachsende Wohlstandslücke zu den USA schließen. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Während Resignation sich breitmacht in Europa und Deutschland über die wirtschaftliche Stagnation und die gelähmt wirkenden Regierungen, setzt Alfred Kammer ein Zeichen: Nach rund 40 Jahren in den USA zieht er nach Europa.
Die Einzelheiten
Er weiß, worauf er sich einlässt. Der Deutsche ist Direktor der Europaabteilung des Internationalen Währungsfonds (IWF). Seine Zeit in der Institution endet nach knapp 34 Dienstjahren, in denen er zu einem der einflussreichen Taktgeber des Fonds wurde.
Unter anderem war er Stabschef von Kristalina Georgiewa, der jetzigen geschäftsführenden Direktorin des IWF. Amerikaner ist Kammer in all den Jahren in Washington aber nie geworden. Sein Herz schlägt europäisch.
Kammer teilt den Befund, dass Europa zu langsam, zu bürokratisch, zu teuer oder zu alt ist. Aber er widerspricht der Resignation. Europa habe gewaltige Stärken, die es nur nicht entschlossen nutzt.
Was Experten sagen
Gerade für Deutschland ist aus seiner Sicht die Vollendung des europäischen Binnenmarktes von größter Bedeutung: weniger Handelshürden zwischen den Ländern, mehr Freizügigkeit für Arbeitskräfte, ein tieferer Kapitalmarkt und ein gemeinsamer Energiemarkt. IWF-Ökonomen haben ermittelt, dass die Handelshürden in der EU wie ein Zoll von 44 Prozent auf Industriegüter und 110 Prozent auf Dienstleistungen wirken. Die Rechnung zahlen Verbraucher und Unternehmen: mit höheren Preisen und geringerer Produktivität.
„Deutschland muss mehr Frauen in den Arbeitsmarkt holen“Seine alte Heimat hat nach Kammers Einschätzung drei Kernaufgaben. Es müsse Genehmigungsverfahren beschleunigen. „Es dauert viel zu lange, bis in Deutschland etwas in Gang kommt.
“ Es müsse Regeln auch innerhalb Deutschlands harmonisieren. Und schließlich: Es müsse mehr Menschen in Arbeit bringen, besonders Frauen. Dafür brauche es bessere Kinderbetreuung, bessere Altenpflege und ein Steuersystem, das Zweitverdiener ermutigt.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





