
Wirtin aus Wiesbaden: Ela sagt Tschüss – aber nicht so ganz
Wirtin aus Wiesbaden : Ela sagt Tschüss – aber nicht so ganz Von Robert Maus 09.05.2026, 15:46Lesezeit: 4 Min. Hat immer einen Spruch auf den Lippen: Die Wirtin Manuela El Aissaoui gibt nach 40 Jahren die Gaststätte...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Wirtin aus Wiesbaden : Ela sagt Tschüss – aber nicht so ganz Von Robert Maus 09. 2026, 15:46Lesezeit: 4 Min. Hat immer einen Spruch auf den Lippen: Die Wirtin Manuela El Aissaoui gibt nach 40 Jahren die Gaststätte „Zum Kortheuer“ in Wiesbaden ab.
Lucas BäumlDie langjährige Wirtin der Gaststätte „Zum Kortheuer“ in Wiesbaden geht in den Ruhestand. Ganz müssen die Stammgäste aber auf sie und ihr gutbürgerliches Essen trotzdem nicht verzichten. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Donnerstags kann Ela nicht, weil sie dann die Frikadellen macht, und freitags ist es auch schlecht, denn der Kabeljau muss zubereitet werden.
Die Einzelheiten
Montags geht es gar nicht, weil sie für die Woche plant. Für eine Wirtin, die eigentlich im Ruhestand ist, hat Ela ganz schön viel zu tun. Also sitzt sie Dienstagmittag an einem der Tische im Schankraum der Gaststätte „Zum Kortheuer“ und spricht über ihren ungewöhnlichen Ruhestand, über selbst gemachten Rote-Bete-Salat und warum ihr der Abschied doch recht schwerfällt.
Ela heißt eigentlich Manuela El Aissaoui und ist ein Original der Wiesbadener Wirtshauskultur. Seit Ende der Achtzigerjahre stand die resolute Frau hinter dem Tresen und in der Küche des „Kortheuer“ an der Nerostraße – und irgendwie steht sie dort gefühlt noch immer. Ihr Vater Karl-Hermann Kortheuer hatte 1987 seinen Feinkostladen in die gleichnamige Gaststätte umgewandelt und damit das Fundament für eine gastronomische Institution gelegt.
Die Nerostraße hat sich in den vergangenen Jahren verändert: Kneipen und Geschäfte kamen und gingen, aber der „Kortheuer“ war eine Konstante. Freunde der gutbürgerlichen Küche lieben die Speisen, die Ela zubereitet, wahrscheinlich ebenso wie ihr flottes Mundwerk. Im August wird Ela 64 Jahre alt, und spätestens dann soll der Betriebsübergang an ihren Nachfolger David Regensburger, der den Gästen als ehemaliger Mitarbeiter gut bekannt ist, abgeschlossen sein.
Was Experten sagen
Gesundheitliche Probleme haben Ela zur Übergabe bewegtSie sitzt vor einem Glas Wasser, trägt eine geblümte Hose, ein weißes T-Shirt, darüber eine grüne Weste, die Füße stecken in Crocs. Am Eingang zur Küche steht auf einem großen Schild „Beratungszimmer“. Ela lacht laut und herzlich, wenn sie sich an witzige Begebenheiten im „Kortheuer“ erinnert.
„Komisch“, antwortet sie auf die Frage, wie sie sich nach fast 40 Jahren in der Küche des „Kortheuer“ fühlt und sagt: „Ei, das kann man nicht beschreiben. “Sie wirkt dabei nicht melancholisch, sondern eher wie jemand, der akzeptiert, dass die Welt sich ändert, auch wenn ihr das nur bedingt gefällt. „Wir sind hier nicht bei Wünsch-Dir-Was, sondern bei So-Isses“, steht auf einem anderen Schild im Gastraum, und dieser Spruch könnte sinnbildlich auch für Elas Situation stehen.
„Ich mache das so lange, bis ich umfalle“, hatte sie noch 2018 in einem Interview mit der F. Auch wenn sie heute nicht gleich umfällt, so ist sie doch gesundheitlich mitgenommen.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





