
Zum Tod von Timm Ulrichs: Konzeptkünstler mit Humor
Zum Tod von Timm Ulrichs : Konzeptkünstler mit Humor Von Robert von Lucius 30.04.2026, 19:25 Lesezeit: 2 Min. Bildbeschreibung ausklappen Der Künstler Timm Ulrichs im Frühjahr 2015 in Hannover . Foto dpa Mit seiner...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Zum Tod von Timm Ulrichs : Konzeptkünstler mit Humor Von Robert von Lucius 30. 2026, 19:25 Lesezeit: 2 Min. Bildbeschreibung ausklappen Der Künstler Timm Ulrichs im Frühjahr 2015 in Hannover .
Foto dpa Mit seiner Spielfreude provozierte er, war enorm einflussreich und wurde oft kopiert: Der gebürtige Berliner Timm Ulrichs, ein Pionier der Gegenwartskunst, ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Sanfter liebevoller Spott, aber nie verletzend, Geistesschärfe und aufmerksame Zuwendung: Bis zuletzt war der Konzeptkünstler Timm Ulrichs ein ebenso beeindruckender wie bereichernder Gesprächspartner und Gastgeber. Er litt ein wenig daran, dass seine Kunstwerke zwar vielen geläufig waren, er selbst aber nicht hinreichend.
Die Einzelheiten
Dabei wurden er und seine Ideen, etwa das elektronische Lichtlaufband, oft kopiert, was ihn zwar freute, aber doch eher schmerzte – er empfand das als Diebstahl. Wenige Künstler haben ein so breites und umfangreiches Werk geschaffen wie er – Skulpturen, Landschaftsgestaltung, Fotografien, konkrete Poesie, Aktionen, Musikcollagen, textbasierte Arbeiten. Timm Ulrichs sprudelte vor Ideen mit Worten wie in seinen Werken.
Worte waren ihm ebenso wichtig wie seine Ideen und seine Werkstoffe – Holz, Gips, Fotos, Metall, Acrylglas, Postkarten. Gerne so verwickelt und hintergründig wie möglich, und wie er stets schelmisch. So baute er nicht nur auf, sondern verhüllte und wies auf Vergängliches, auf Täuschen.
Hinter der Staatskanzlei in Hannover – seinem noch vor Berlin und Münster, wo er Professor der Kunstakademie war, ersten Wohnsitz - umhüllte er eine historische Statue mit Tarnfarben als „Nato-Wotan“. Seine Spielfreude, mit der er gerne auch provozierte, brachte ihn zu Werken von einem 85 Meter langen Monumentalbild „Die Lieblingsfarben der Niedersachsen“ bis zum im Wolfspelz verhüllten Schaf. 834 Betonabgüsse seines Schädels Sein gelbes Schild „Betreten der Ausstellung verboten“ wurde ebenso bekannt wie sein Auftritt mit Blindenarmband und dunkler Brille auf dem Kölner Kunstmarkt mit dem Umhängeschild „Ich kann keine Kunst mehr sehen!
Was Experten sagen
“, eine Ikone der jüngeren Kunstgeschichte. Viele seiner Darstellungen bezogen sich auf ihn selbst – etwa 834 Betonabgüsse seines Schädels im Mörtelbett nahe dem Kunstverein Hannover, der zu seinem Tod Timm Ulrichs als einen Pionier rühmte, der eine ganze Generation geprägt habe. Schon in seinen frühen Siebzigern bekundete er in einem Essay „wie ich berühmt wurde“ sein Ziel, er wolle als „egokünstler“ bekannt sein.
Bezeichnungen gab es für den gebürtigen Berliner, der im Oldenburger Land und in Bremen aufwuchs, viele – Meister der Selbstinszenierung, Pionier der Konzeptkunst, Vorreiter der Totalkunst, Neodadaist, Bilderfinder. Bei der Verleihung des Käthe-Kollwitz-Preises rühmte die Berliner Akademie der Künste, sein Lebenswerk sei für die nachfolgenden Künstlergenerationen „bis heute Fundgrube und Inspirationsquelle“.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





